Breslau 2009

Veranstaltungen, an denen BIGler und Freunde teilnehmen oder gemeinsame Unternehmungen.
roland.k
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Breslau 2009

Beitragvon roland.k » 10.07.2009, 08:08

Oh Mann, Du machst mich echt fertig!
Was hattest Du denn für einen Motor in der KTM? 400´er?

Grüße

Roland

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Beitragvon SvenTB » 10.07.2009, 08:39

Aynchel, ich bin begaistäääärt!!

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Beitragvon Aynchel » 10.07.2009, 08:49

natürlich bist du fertig
fertig für ne Breslauteilnahme
und wenn du das nicht bald selbst einsiehst wirste nächstes Jahr geknebelt und gefesselt über die Startrampe geschubst :lol:

ich bin mit dem 525er gefahren
der macht mir das Leben leichter weil mans Vorderhändchen leichter über dir Löcher heben kann
den 400er hab ich als Ersatz mitgenommen

aber mach dir mal nicht wegen dem Hub ins Höschen
der 400er DRZ geht besser als der 400er EXC
und das lange DRZ Fahrwerk spurt um Welten besser durch den Tiefsand
Zuletzt geändert von Aynchel am 10.07.2009, 12:27, insgesamt 1-mal geändert.
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ich könnte die BIG auch mit 5,5l daher fahren, aber das wäre Spritverschwendung ;-)

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Beitragvon Aynchel » 10.07.2009, 21:02

moin auch

die Jungs von H31 haben die ersten Fotos eingestellt
da kommt mit Sicherheit noch top Material online :P

http://www.h31.pl/H31/GALERIE.html

Dresden Freitag http://www.h31.pl/H31/2009/DB_2607.html#grid
Zuletzt geändert von Aynchel am 10.07.2009, 21:06, insgesamt 1-mal geändert.
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ich könnte die BIG auch mit 5,5l daher fahren, aber das wäre Spritverschwendung ;-)

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Beitragvon Aynchel » 11.07.2009, 00:04

Schlussfassung

Rallye Dresden Breslau 2009

Die Vorbereitungen liefen dieses Jahr leider seeehr schleppend und die österliche Saxenbaja war die letzte Fahrt vor der Breslau. Ich hatte einfach keine Zeit.

Nach Manus Absage wollte ich schon alleine mit Silenzio lostingeln, als sich Hagen bei mir meldete. Da er den Rennzirkus nun schon 20 Jahre mitmacht und von SRB lobend erwähnt wurde war ich mir sicher, nicht schon wieder einen Pflegefall an der Backe zu haben.

Das WE vorm Start sollte reichen für die gr. Inspektion mit Reifen Mousse und Kettensatz.
Aber leider schwammen schon wieder Aluspäne im Altöl, so dass auf die Schnelle noch der Ersatzmotor rein musste. Ausschlafen kann ich mich ja auf der Anreise und überhaupt wird eine Rallyemopete eh immer erst in der Nacht vor Abfahrt fertig, so das ungeschriebene Gesetz.

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Donnerstags spätabends rauf zu Silenzio, wo mich ein leckeres Abendessen und "Tusch" frisches Lech grün sowie die bewährte Bettkautsch erwartete.
Freitags nach reichlich Frühstück Abfahrt rüber nach Hessen, um Hagen aufzuladen.
Der hatte nicht nur sein Krad parat, sondern auch ne grosszügige Ausstattung bereitgestellt.
Und ich dachte immer ich hätte viel dabei 
Nach Verladen und vorzüglichem Mittagessen gings dann los nach Dresden, jedoch nicht ohne stundenlang irgendwo im Stau rum zu stehen. Haben die alle kein Zuhause ?

In DD bildete sich die alt bewährte Wagenburg aus Dirtbike + DR BIG Team und sonstigen Bekannten. Auffällig waren die im Tross mitreisenden 3 Ehefrauen mitsamt 5 Kindern zwischen 1,5 und 15 Jahren, die sich erfreulicher Weise nicht als Last sondern als angenehme Bereicherung des Camps bewährten.

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Nach Campaufbau sowie den üblichen Putz & Flickstunden dauerte es auch gar nicht lange bis sich die Finger schwarz färbten. Die Lima von Jens Landi wollte nimmer. Als Englandskeptiker mutmasste ich mal direkt einen Anschlag von Lukas, the Prinz of Darknes, aber auf die Tommys ist auch kein Verlass mehr. Die Lima stellte sich als eine Magneti Marelli mit zerbröselter Bürste heraus. Die im Camp aufgetriebene Ersatzkohle liess sich mit Pucksäge und Feile auf Sollmass reduzieren. Nur das die Anschlussfahne nicht auflötbar war. Die Spagettis haben doch tatsächlich Edelstahl verbaut. Mir bricht ein Weltbild zusammen.



Samstags stand der Prolog an. Beim Anziehen der MX Klamotten waren die Knie Orthesen nicht auffindbar. Nach scharfem Nachdenken konnten sie eigentlich nur zu Hause auf`m Heizkessel liegen geblieben sein. Nach der einjährigen Zwangspause von 2006 mit vorderem Kreuzbandabriss hatte ich mir geschworen, keinen Meter mehr ohne die Dinger zu fahren. Der sofort eingeleitete Telefonterror sorgte für einen postlagernden 24 Std Expressversand zur Bahnhofspost in Frankfurt/Oder. Das so was mit der gelben Seuche nicht wirklich machbar ist sollte mir später bewusst werden.
Wie letztes Jahr erstreckte sich der Prolog auf einer alten Industriebrache hinter den Messehallen. Dort hatte der neue Veranstalter unter zur Hilfenahme von Bauschutt und reichlich Baggerstunden einen Show Pakur zusammengestellt, der auch für uns Mopedfahrer nicht mal eben so abzufahren war. Die nachfolgenden PKW und LKW bildeten eine schier endlose Schlange und mussten sich da durch winschen. Das sprengte leider den Zeitplan, so dass alles in Verzug geriet und die letzten LKW`s erst in tiefer Nach aus dem 2. Durchgang kamen. Warum der Veranstalter nicht mal selbst ne Proberunde über seinen Pakur gefahren ist wir sein Geheimnis bleiben. Auf unserer 1. Runde waren jedenfalls keine Auto bzw. Truck Spuren vorzufinden.

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Durch einen Blödsinnsfehler hab ich die EXC im ersten Durchgang mal eben rückwärts weggekickt, den linken Daumen verstaucht und das Heckplastik abgerissen. Letzteres ist an sich nicht weiter schlimm, aber zur 1. gezeiteten WP gings unter den Augen von zig Schupos ohne Heck, Blinker und Nummerschild quer durch die Stadt in eine südlich Ortsrand gelegen Sandgrube. Die nach RB abzufahrenden Auf und Abfahrten waren recht drollig. Ich hab nur einmal heftig eingesandet und leider einen CP übersehen, was lästige 2 Std Strafe einbrachte. Ärgerlich, aber kommt vor. Abends noch mal die Prologrunde in Wertung, die durch die 8x8 mittlerweile eingeebnet war. Das abgerissene Heck zu tauschen ist nur eine Fleissarbeit und dann ging’s zum gemütlichen Teil über. An dem verstauchten Daumen sollte ich die ganze Woche Spass haben. Dank einer Leukoplastbandage war`s erträglich.

Am Sonntag Morgen ging’s noch mal in Wertung auf die Prologrunde, wo sie mir wieder 2 Std wegen fehlendem CP übergebraten haben. Ich bins komplett gefahren und weiss beim besten Willen nicht was da schief gelaufen ist. Einen Ausdruck gab’s mal wieder nicht und die Ergebnisslisten liessen Tage lang auf sich warten. Also auch keine Gelegenheit zum Protest Einlegen. Jochen hat sich nen Ast in den linken Kühler rammte. Ich hab ihm meinen Ersatz überlassen, der problemlos an die Beta passt. Zum anschliessenden Showstart über die für uns gesperrte Augstusbrücke war die Karre schon wieder fit.
Ich weiss schon was ich an Silenzio, meinem Servicefahrer, habe.

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Nach dem Showlaufen für die Pressefotografen gings augenblicklich zurück ins Camp, wo sofort verladen wurde. Die 150km Verbindungsetappe rüber nach Hohenmölsen/Leipzig fährt kein normaler Mensch ohne Not auf Achse. Es sei den man hat ein gelbes Nummernschild.
Das unsere Campingdusche zig km Autobahn auf`m Dach des Toyo`s logierte zeugt vom Silenzio`s überlegenen Fahrstil.

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Das Camp Hohenmölsen lag wie bei der Baja im Tagebau und auch der Start zur 2. WP fand sich am gewohnten Platz. Die 40km Runde durch den grossen Sandkasten sollte kein Problem sein. Dachte ich. Falsch gedacht. Der RB Schreibstil war seeehr ungewohnt und die Streckenführung langsam und verwinkelt. Den Faden zu verlieren war ein leichtes. Da half nur sachte machen und genau navigieren. Was mir auch recht gut gelang. Der Haken an der Sache waren die zwei CP`s, die vom örtlichen Club besetzt waren. Die hatten entgegen der Ansage nicht die roten Warnwesten an und auch keine gelben Sonnenschirme aufgestellt. Warum in aller Welt soll ich an einem Unimog anhalten, der da im Tagebau rum steht ?
Also ging es mit Schmackes weiter bis ins Ziel wo ich mit ruhigem Gewissen verkündete, dass RB komplett gefahren und alle CP`s eingesammelt zu haben. Da die Pfeifen der SportIdent mal wieder nicht in der Lage waren, einen Ausdruck herzustellen war mir die Misere nicht bewusst und ich konnte keinen Protest einlegen. Von den 4 Std Strafzeit erfuhr ich erst 2 Tage später. Das es mir nicht alleine so erging kann jeder aus den Tagesergebnissen herauslesen.

Direkt nach dem Wertungslauf und tech. Dienst haben wir wieder verladen und uns auf die lange Verbindung nach Norden gemacht. Quartier gabs kurz vor Frankfurt/Oder in einem ziemlich leer stehenden Hotel mit vorzüglichem Essen und einem versteckt gelegenen Parkplatz. Morgens bei Zeit raus und rüber nach FFh/Oder um meine Express versendeten Orthesen abzuholen. Aber am Bahnhof gabs keine Post. Ein Taxifahrer wies uns den Weg zur Hauptpost, die erst um 9:00 öffnete. Die Stunde Wartezeit nutzten wir zum Einkauf von benötigtem Kleinkram. Pünktlich zur Schalteröffnung stand ich mit der auf einem Bierdeckel notierten Bearbeitungsnummer vor dem noch freundlichen Frohlein vom Amt. Wo denn der originale Einlieferungsschein sei, ohne Barcode könne sie nichts raus finden. Und überhaupt, Postlagernd ?, so was gibt es schon lange nicht mehr. Wer mich kennt weiss, dass ich das gesamte Postamt binnen Minuten als Zuhörer sicher hatte und ratrzfatz zur Chefin vorgelassen wurde. Die war zwar willig, aber genauso hilflos wie ihre Thekenmannschaft.
Nach einigen Telefonaten fand sich das Paket als nicht zustellbar im Potsdamer Verteilerzentrum vor. Also ausserhalb der aktuellen Reichweite und somit für die Rallye verloren. Da hilft nur zurück zum Absender und alle Schutzheiligen der Kreuzbandträger um Beistand anflehen. Ums kurz zu machen: es ist gut gegangen. Dass ich locker beschwingt den Tempel der gelben Posthörnchen verlassen habe hat Silenzio ja schon passend beschrieben.

Wer jemals in eine ähnliche Situation kommt solle die gelbe Pest sofort vergessen und sich an UPS halten. Die Amis machen das professioneller und viel mehr als die 54 Euronen der Postbüttel wird es auch nicht kosten. Als Zieladresse bieten sich Autobahntankstellen oder grosse Mc Donnels an. Solche Läden haben 24 Std geöffnet und für nen 10er auf die Hand mache die da immer mit. Vorher mal anrufen und den Deal klar machen. Tipp von anderen Breslaufahrern.

Weiter ging die Verbindung rüber nach PL, wo uns Silenzio ein paar Meter vom Einstig in die 3. Etappe absetzte. Das nenn ich Service, nicht wie das Theater vom letzten Jahr. Von der WP gibt’s nix besonderes zu berichten ausser einer leicht sumpfigen Wiese, die mir die EXC bis zur Sitzbankkante auffrass. Mit 3 Mann war nichts zu wollen, mit 5 Mann gings dann gerade so. Das versenken hat mich locker ne Std. gekostet. Andere Kräder hat der CP gnadenhalber mit der Winsch rausgeholt.

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Im Camp angekommen gabs nach zur Begrüssung erst mal schlechte Nachrichten. Hagen hatte im Übereifer nen Grenzstein an einer Innenkurve übersehen und ihn mit seinem Stützfuss gerammt. Leider derart heftig, dass er sich das Fersenbein zersplittert hat.

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Die Sannis vom ORMS haben ihn eingesammelt und in eine deutsche Klinik zum Röntgen gekarrt, wo die Felddiagnose bestätigt wurde. Da wird er noch lange Spass dran haben.
Leider habe ich so etwas kommen sehen, da er zu euphorisch an die Sache gegangen ist und in den ersten WP`s Bomben Zeiten ablieferte. Nur das kein Mensch auf Dauer mehr als 80% gehen kann. Eine Rallye ist hat kein 3 Std. Enduro. 2008 hab ich auf der Hannibal Etappe meine Teampartner Bundi auf ähnlich Art verloren. Der ging mit Knie Aussenband ab und gerissenem Handgelenk auf den Heimweg.

Während des tech. Dienst am späteren Abend hat uns Petrus ein Gewitter geschickt um die Strecke staubfrei zu halten. Beim hektischen Zusammenräumen hab ich mir beim Zuwerfen der Schiebetür den kl. Finger rechts eingeklemmt was eine satt blutende Schnittwunde mit sich brachte. Dumm Fleisch muss ab !!!

Die 4. Etappe brachte eine nette Runde durch die Umgebung von Recz. Bei km 1,6, also direkt hinterm dem Start, lag Harald vom Terbur Team in der Strecke. Wie sich rausstellte mit gebrochenem Schien + Wadenbein. Strecke sichern, den Krüppel von der Piste ziehen, Meldung an Spider von der Orga absetzen, Verletzen ausziehen, lagern usw haben wir ja bei Fred lang genug trainiert, einen verdrehen Bruch grade ziehen kann man nicht simulieren, es wurde kurzfristig etwas laut. Irgendwann kam Doc Spörl persönlich und hat Harald ins Märchenland geschickt – alles so schön bunt hier. Für mich sprang ne ½ Std Zeitgutschrift und ein gutes Gewissen dabei raus.

Zur Etappe gabs eigentlich nix besonderes zu sagen, nur bei einer Furt war ich dann doch etwas optimistisch und hab etwas Wasser in den Brennraum gezogen. Übung macht den Meister und nach 15 min. gings weiter.

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Da war noch ne kl. Furt im RB direkt neben der Strasse, also über ne Brücke locker zu umgehen. Was wohl auch von den meissten so gemacht wurde. Aber diesmal hatten sie die Rechnung ohne den Wirt äh die Orga gemacht. Denn hinter der Pfütze stand ein Geländewagen mit zwei Streckenposten in den Büschen um den Pfuschern ne Strafzeit überzubraten. Gute Idee, sollten die öfters so handhaben.
Abends beim tech. Dienst ein defektes Radlager vorn lokalisiert, was unter zur Hilfename des Benzinkochers auch bald gewechselt war. Silenzio hatte heute auch keine Langeweile, denn er hat Hagen bis fast nach Berlin gekarrt wo er ihn an einen Freund übergeben hat, der in mitsamt einem Grossteil seiner Ausrüstung ins heimatliche Hessen überführte. Wohl dem der Freunde hat.

Der 5. Fahrtag mit der 450km Hannibal Etappe ist mal wieder der Höhepunkt der Breslau.
Die Etappe teilt sich zu 2/3 auf 5 Wertungsetappen und 1/3 auf 4 Verbindungsetappen auf.
Da heisst es fleissig am Kabel ziehen, denn jede Minute Tageslicht ist kostbar. Mit Grausen denk ich an die 2006er Nachtfahrt zurück, als ich trotz Abbruch der Etappe erst um 1:00 klatschnass, durchgefroren und fix&foxi im Biwak einlief. So was sollte mir nimmer passieren. In der 3. WP bin ich aufs DirtbikeTeam aufgelaufen, die sich von einem fremden Trassierband von der Strecke abbringen liessen. Felix machte die Spitze und ich hab mich mal ziehen lassen. Alter Verwalter was für eine Raserei. Ich weis ja auch das Gas rechts ist, aber bis in die Liga der TopTen Fahrer sind das Lichtjahre. Nach 5km hat der Selbsterhaltungstrieb aufgemuckt und ich habs abreisen lassen. Schuster bleib bei deinen Leisten.
Vor der 4 WP stand Silenzio wie verabredet mit nem Servicepunkt. Gut wenn man sich drauf verlassen kann. Im RB Vorbau hatten sich 2 Muttern verabschiedet, die Trinkblase war aufzufüllen, nen Happen essen, Spatengang, Brille wechseln, Regenjacke einpacken, Kette Öl LuFi checken und weiter geht’s. Jede Minute Tageslicht…. .

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In der 4. WP ist mir einer der gaskranken Gelbschilder übelst vor die Füsse gefallen: Bodenwelle nicht gekriegt. Ich sah mich schon das übliche Programm abspulen als der Irre wie Weihland Rumpelstilzchen humpelnd auf die Karre hüpfte und mit auskeilender G450 am Horizont verschwand. Keine Ahnung was die rauchen, es muss gut sein.

Am Ziel der 5. WP sollten wir uns wieder sehen, denn als wir noch rumflaxender Weise Pause machten tauchte er wieder auf. Im Schritttempo, Gabel verspannt, Helmschild weg eierte er ins Ziel. Wurde von seinen Kumpanen fast vom Krad gehoben und beim Helmabziehen tropfte es rot aus der Nase. Hängen die eigentlich nicht an ihrem Leben?
Die restliche Verbindung ins Biwak zeigten noch mal die Schönheiten der Zaganer Wüste im Licht der untergehenden Sonne. Meine Fresse schmeckte das anschliessende Bier gut.

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7. Etappe
Nach der doch eeetwas anstrengenden Hannibal durften wir mal ausschlafen und erst um 13:00 starten. Langweilig wurde es trotzdem nicht, denn Ölwechsel, gerissener Schalldämpfer tauschen, Bremsbeläge usw ergänzten den üblichen Service.
Das Silke mit ihre weiblichen Logik wegen ihren Spritproblemen auf der Hannibal derart die Faxen dick hatte, dass sie nun die Rallye abbrach um nach Hause zu fahren werd ich nie verstehen. Warum auch, ich tauge nicht zum Frauenversteher ;-). Für ihren Servicefahrer Jan tat es mir leid, der währe gerne noch bis zur Abschlussfeier geblieben.
Die heutige Etappe brachte viel Spass im grooooossen Sandkasten des ewig weiten Panzerspielplatz. Dutzende von Kompasskursen und fehlende Landmarken machten es auch nicht einfacher, aber heute stimmte mein Konzept.
Langsam machen, genau navigieren und ja nicht hudeln liess mich alle CPs finden und ohne einen grösseren Umweg ins Ziel kommen. Sogar das Tiefsandfahren klappte heute sturzfrei, obwohl das eigentlich nicht mein Ding ist. Einzig der GPS Punkt in der grossen Wiese kurz vorm Ziel war mir nicht geheuer. Da rollste durchs hüfthohe Gras und stehst plötzlich 2 m tiefer in nem Panzerloch einer alten Auffangstellung. Adrenalin wo bist du? Hier bei der Arbeit :D
Durch den langen Service und die kurze Etappe gabs abends fast nichts mehr zu tun. Wie gut das Doc Spöri das Motto des Tages ausrief: Unterhopfung bekämpfen :-) .
Das die Tochter von Carsten heute 15 wurde, war der willkommenen Anlass zum Umtrunk unter der WoWa Markise bei leichten Gewitterschauern, Dosenbier und Keksen. Scheee wars!

Später hab ich noch ein Schöpchen beim Tebur Team genommen. Da gesellte sich irgend wann ein leicht fertiger Mopedfahrer hinzu und erzählte uns, dass er gerade aus der Hannibal Etappe kommen würde !?!!! Er hatte seine TT600 während der Nacht in nem Wasserloch versenkt und nicht mehr ans Laufen gebracht. Den Hilferuf an die Orga hat er zwar abgesetzt, aber die haben ihn mit einem anderen Bergeauftrag verwechselt, so dass ihn keiner rausholte.
Also hat er sich ein Lagerfeuer gemacht und im Busch übernachtet. Am Morgen dann noch mal ne Bergemeldung an die Orag, aber da stand er dann ganz hinten bei den Bergeaufträgen an, so dass es Nachmittag wurde, bis der Aigner mit nem 8x8 ihn aufkehrte. Stramme Nummer. Die Orag liess sich ihren Fehler richtig was kosten, denn so ein 8x8 mit 130l/100km für ein Krad nenn ich jetzt mal Luxus pur. Das Motorproblem stellte sich als ein voll gelaufener Schalldämpfer heraus.

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8. Etappe Schlussrennen
Entgegen der sonst gewohnten 2 schnellen Runden war dies Jahr eine vollwertige RB Etappe angesetzt. Was mir auch wesentlich mehr zusagte. Als kleine Gemeinheit hatte der RB Schreiber zwei eindeutig zweideutige Passagen eingebaut, in denen dann auch ein fröhliches Herumgewusel stattfand. Aber irgendwie ist jeder irgendwann auf den Trichter gekommen und hat den Wiedereinstieg gefunden. Das ich mich im 2. Abschnitt zu einem etwas höheren Tempo verleiten liess wurde auch bald bestraft. Auf 2 km 5 Stürze im Tiefsand ist drüber. Eine kurze Pause machen und im gewohnten Tempo weiterfahren brachte den alten Stiefel zurück. Im Ziel wartete zuverlässig wie immer Silenzio mit kaltem Dosenbier auf uns. Was für ein Genuss. Der traditionelle Zielbier Umtrunk viel dieses Jahr leider etwas knapp aus, da schon wieder ein Gewitter aufzog und uns verscheuchte. Macht nix, im Biwak gings weiter.
Zwischendurch alles verladen, fest rödeln und gegen Wegfindung sichern. Nach dem Abendessen hab ich noch mal die Augen auf Masse gelegt, denn die Nacht versprach lang zu werden.

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Die Band gab alles und Robert als Überraschungssieger dürfte das Zelt mit dem Pflicht BurnOut ausräuchern. Das stattliche Feuerwerk hat manch einer gar nicht mehr mitbekommen und in der angehenden Morgendämmerung versagte so langsam mein Gleichgewichtsorgan. Geile Party.

Als das Morgengrauen in Form von „hoch jetzt“ über mich kam half nur aufstehen, Zelt abreissen und Frühstücken gehen.
Die Rückfahrt hab ich vollständig Silenzio überlassen. Was sich speziell auf polnischen Landstrassen als vorteilhaft entpuppte. Denn auf einer Ausfallstrasse haben sie uns mit 32 kleinen Meter Überschreitung gekrallt. In D Land währe der Führerschein weg gewesen. In PL genügte eine 200 Sloty Barzahlung gegen Quittung . Dank meinem nicht ganz anwesenden Anblick durfte Jürgen gleich mal am Pustometer ran. Aber wo nichts drin ist kann auch nichts rauskommen und so zeigte der Wodkageigerzähler 0,00 an. Also liess man uns ziehen. Nächste Station war dann das traute Heim von Hagen, wo uns seine Holde leicht geknickt erwartete. Beim abladen von Ausrüstung und Mopete wurde sie dann doch gesprächig, aber ich glaub sie hält uns alle für leicht bescheuert. Ob ich ihr da widersprechen soll ? . Seis drum, nächster Programmpunkt Krankenbesuch bei Hagen. Der sass mit seinem Notebook im Krankenbett und hatte alle auffindbaren Infos auswendig gelernt. Infizierter kann man wirklich nimmer sein. Und da die Rallyewelt nun mal verdammt klein ist werden wir uns wohl bald wieder sehen. Weiter ging die Reise zu Silenzios Hütte in Rörath, wo ein vorzügliches Abendessen und Gaffelkölsch auf uns wartete. Um 4:30 war schon wieder Wecken angesagt und weiter ging die Reise nach Hause. Aufschlag Meddersheim um 7:00 und um 7:30 hatte mich der Alltag wieder. Was kann das Leben so grausam sein .

Resüme
Die neue Breslauorga ist auf dem richtigen Weg.
Die Sportident hat Top Material und ein gutes Konzept, aber an der Umsetzung haperts.
Der 40. Platz geht iO, da hier min 6 Std ungerechtfertigter Strafzeiten drin sind.
Eine wunderschöne Woche Aktivurlaub mit Freunden.
Nach der Rallye ist vor der Rallye und die Pläne für 2010 sind angezettelt.

Und das wichtigste: Tausend Dank an Silenzio,
denn ohne meinen weltbesten Servicefahrer mag ich nimmer losfahren

bis dann
Aynchel aus Meddersheim

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Zuletzt geändert von Aynchel am 14.07.2009, 14:21, insgesamt 3-mal geändert.
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Beitragvon Florian » 11.07.2009, 00:19

Darf ich mal was sagen?

Ich finde das richtig klasse, was ihr da treibt! :prost:

Immer weiter so!

Gruß Florian
"If in doubt, flat out!" Colin McRae

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Beitragvon Aynchel » 11.07.2009, 00:38

moin Stift
mach halt mal mit
die 2 Tage Saxenbaja währen schon mal ein guter Einstieg :hi:
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Beitragvon Matthias » 11.07.2009, 00:53

Einwandfreier Bericht :good:
Einen schönen Tag noch !
Matthias

www.Reisebig.de..... .....Bild
Computer gehorchen deinen Befehlen, nicht deinen Absichten.

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Beitragvon Bambi » 11.07.2009, 11:04

Johann Wolfgang von Schneider und Silenzio Schiller!
Hallo Aynchel und Silenzio,
da könntet Ihr doch glatt noch eine Spät-Karriere in der Literatur starten! Toll erzählt, man wähnte sich fast schon dabei ...
Meine Lieblingsstelle ist übrigens die von 'Rumpelstilzchen' und Silenzios Formulierung ´meine Hoffnung am Fahrerhimmel' finde ich auch sehr schön.
Hoffentlich macht Ihr als Team noch viele solche Fahrten mit und berichtet weiterhin so launig darüber.
Gute Besserung unbekannterweise an Hagen!
Schöne Grüße, Bambi
\'Find me kindness, find me beauty, find me truth\' (Dreamtheater \'Learning to live\')
Tip: http://www.morow.com (fantastisches Progressive Rock Radio)

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Beitragvon Baloo » 11.07.2009, 23:46

Hi Silenzio und Aynchel,
schön habt ihr das zusammengefaßt, wirklich schön.
Gemischt mit euren Erzählungen vor Ort ein wirklich passender Eindruck von der 2009er Rallye.

Hat irgend jemand eigentlich die Tracks der Rallye irgendwie aufgeschnappt oder gespeichert?
Hab es bei meinem Team leider versäumt ...... :D
Nachträglich geht nicht, weil die alte Gurke nur nen winzigen Trackspeicher hat und auch die Settings eher
auf fein aufzeichnen standen.

Würd mich freuen wenn einer was hat, natürlich nicht um es weiterzugeben.

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Beitragvon StefanRB » 14.07.2009, 11:12

tztztz der schneider issn dichter
zwar ein nich ganz dichter dichter aber ein guter!
das erstere is logisch- sonst wär er nich hier..oder eben dort
das zweite is neu - ich wusst nich dass in meddrsheim deutsch gegeben wird inner schule

also muss ich doch 2010 mal wieder nach dir guggen... :o

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Beitragvon mitlaser » 14.07.2009, 11:21

schappo..
geiler bericht.. aber für mich ne nummer zu heftig..

Aynchel
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Beitragvon Aynchel » 14.07.2009, 12:49

moin Stefan
wie wilsten das mit deiner Diätesserei hinbekommen ?

he Manu
musst ja nicht gleich die Breslau fahren
die Saxenbaja ist auch ganz nett
und die Schlammlöcher in Hohenmölsen sind nicht ganz so tief
bietet sich als Steigerung der Dalmatia an
und frisst nur 4 Tage auf

Bild
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Beitragvon Knacki » 14.07.2009, 14:41

Hi Aynchel, hi Silenzio,

eigentlich interessieren mich Rallyes gar nicht ... aber hier einmal angefangen zu lesen konnte ich nicht mehr aufhören. Wirklich gut geschrieben! Und eure Leistung steht eh außer Frage, von sowat träume ich nichtmal. Hut ab!

Gruß
Knacki
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Beitragvon roland.k » 14.07.2009, 15:51

So, nun muss ich aber den Aynchel mal ausdrücklich für seinen fabelhaften Bericht loben :)
Ich bin quasi begeistert und kann die Baja Saxonia kaum noch erwarten :moto:

Grüße

Roland

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Beitragvon SvenTB » 14.07.2009, 19:38

StefanRB hat geschrieben:tztztz der schneider issn dichter
zwar ein nich ganz dichter dichter aber ein guter!
das erstere is logisch- sonst wär er nich hier..oder eben dort
das zweite is neu - ich wusst nich dass in meddrsheim deutsch gegeben wird inner schule

Ne? Dass Silenzio fein textet iss ja nix Neues, aber Aynchel? Ich bin auch völlig platt! Daß Schneiders kleines Jürgilein so witzig (und hochdeutsch!) schreiben kann, wer hätte das gedacht. War doch sonst immer so ne schreibfaule Sau. Mehr als 15 Wörter war selten. Da sieht man mal wieder. Wenn die Begeisterungsflamme lodert, dann kommt der Poet in jedem durch.

Aynchel
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Beitragvon Aynchel » 14.07.2009, 21:07

tja Svenni
du solltest öfters die Stress Press lesen
http://www.stresspress.de/

in meinem vorigen Leben, als ich noch Zeit hatte stand da regelmässig was von mir drin
Kostprobe von 1996 gefällig ?




Wir Schrauben uns den Wolf

Mittwochs Abends wollte ich nach Traben Trabach zum Stammtisch, aber schon nach ein paar Metern
verlor die Cali II schlagartig Leistung, lief unter Last nur noch auf einem Zylinder dafür aber im Standgas wunderbar rund, als könnte sie kein Wässerchen trüben.

Also was tun ? Umdrehen , Cali abstellen und mit der Aynchel Spezial ( ETZ Gespann ) zum Stamm-
tisch.

Und weiter ?
Das Wochenende kam näher und ich wollte doch zum Guzzi Treffen nach Boxmeer, Holland.

Also Freitag Mittag das Schrauben angefangen " Kann ja nicht viel sein ".

Kurze Probefahrt, Rechter Zylinder wird nicht richtig warm, also: " Es muß die rechte Hauptdüße
sein " : Vergaser zerlegt - geputzt - zusammen - gebaut - Probefahrt :

Alles wie gehabt !

"Sprit kriegt sie, also muss es die Zündung sein” Tank runter, Kontakte ans Tageslicht gebracht -
Kontaktabstand eingestellt, Zündzeitpunkt eingestellt ( Hierzu erst mal einen 13er
Ring-schlüssel zersägt und umgeschweißt, da man sonst an die Schrauben sowieso nicht heran kommt) - auf Verdacht die Kondensatoren und Zündkerzen
getauscht - alles zusammengebaut - Probefahrt :

Unverändert !

" Vielleicht sind die Ventile rechts soweit bei gelaufen, das sie nicht mehr läuft "
aber es ist mittlerweile sowieso zu spät um die 400 Km bis nach Holland zu fahren, außerdem stellt man bei einem warmen Motor keine Ventile ein.

Fahr ich halt Samstag !

Samstag Morgen den Hintern nicht hochgekriegt, viel zu spät das Werkzeug in die Hand genommen,
unterm rechten Ventildeckel nach dem rechten geschaut :

Alles in Ordnung !

Probefahrt durchgeführt:

Alles wie Gehabt !

Langsam kommt der Frust hoch, " Was ist nur mit der Dreckskarre los ?
Ist jetzt der Motor verreckt oder was ?"
Wie bekommt man das am besten heraus ? Indem man die Kompression nachmißt.
Also von einem Kumpel den Kompressionsprüfer ausgeliehen und wie es so richtig im
Lehrbuch steht ( Killschalter drücken, Vollgas geben ) die Zylinder abgedrückt. Und siehe da :

Rechts nur noch 3 Bar Kompression !

"Da ist ein Ventil durchgebrannt oder der Feuersteg am Kolben gebrochen” .

Das Treffen war sowieso gestorben, also den Motor auf- gemacht:
Ventile sind in Ordnung ( die Sitze bestehen sogar den Benzin- test )

" Dann muß es der Kolben sein "

Zylinder abgenommen und jetzt ratet mal wie der Kolben aussah ?

Wie neu !

Sämtliches Werkzeug erstmal soweit weggeschmissen wie es nur ging und die Dreckskarre einfach
stehen gelassen. Gottseidank läuft die Emmi ja (fast) immer und als kleine Entschädigung hab ich
dann eine Tour durchs Nord- Elsass gemacht.

Tage später hab ich das Moped dann wieder zusammengebaut und die Probefahrt verlief
selbstverständlich wie erwartet :

Unverändert !

Als ich den Kompressionsprüfer meinem Kumpel Rocky zurückbringe, fragt der mich natürlich was
mit meinem Moped den nun los ist. In meiner Verzweiflung klage ich ihm meine Leidensge-
schichte, worauf er schallend zu Lachen anfängt und nur meinte, dass müsse er sich mal ansehen.
Also fahren wir zu mir in die Werkstatt, werfen die Cali an, und wie er so am Gasgeben ist sagt er :

" Dein Gas geht aber leicht "

Und während ich noch leicht gereizt entgegne, dass bei mir die Gaszüge immer gut geölt und anständig verlegt sind zupft er unterhalb vom Gasgriff an den Bautenzügen und siehe da:

Der Gaszug des rechten Zylinder hatte sich im Gasgriff ausgehangen.

Daß war also der Grund gewesen, warum die Kiste zwar kein Gas annahm, aber dafür ein sauberes
Standgas lief.

Kompression konnte der Zylinder keine aufbauen, der er durch den geschlossenen Vergaser keine Luft bekam.

Seit dieser Glanznummer hab ich mir das Lachen über andere Leute Dummheiten abgewöhnt.
Zu mindestens hab ich es mir vorgenommen.


Bis dann
Aynchel aus Meddersheim
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ich könnte die BIG auch mit 5,5l daher fahren, aber das wäre Spritverschwendung ;-)

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Beitragvon Aynchel » 14.07.2009, 21:35

und beim Umgraben der ollen Dateien hab ich noch was über die Emania2003 gefunden, was ich nie leider fertiggestellt hab

Enduromenia 2003


Nach gut 10 Jahren Gespannen und einer „vernünftiger“ Solo (K75RT) war`s im Sommer 2002 mal wieder Zeit für was neues. Nach einigem Überlegen wurde eine Suzi DR 800 BIG angeschafft. So ne dicke Enduro als Landstrassen Reisekiste, jawohl das hat was.

Um Info´s über die Dicke zu bekommen stöberte ich des öfteren im Internet herum und stieß dabei auf`s DR BIG Forum ( www.DR-BIG.de ), das mich bis heute nicht mehr los gelassen hat.

Doch irgendwie musste aber mein Orientierungssinn unter diesem Moppet gelitten haben, denn es passierte nun andauert verfuhr und in den nächsten Feldweg einbog, um im Dreck ein bisschen mit der Dicken rumzutoben.

Das wurde dann mit der Zeit immer drolliger und führte dazu, dass ich nach und nach die Dicke geländetauglicher zu machte. Karoo Reifen, Reifenhalter, Wirth Federn, Rental Lenker, Acerbis Spiegel + Lenkerprotektoren usw. Das ganze Programm halt.

Und wie das so geht entwickelt das so seine Eigendynamik. Die Strassenkilometer werden immer weniger und das für die Betriebsstunden im Dreck immer mehr.

Im Oktober 2002 tauchte im BIG Forum die Idee auf, nächstes Jahr die Enduromenia mit zu fahren. Je länger ich mich damit befasste, desto mehr Spass fand ich an dem Gedanken. Hier stellte das Internet mal wieder die Info`s zur Verfügung. http://www.enduromania.net

Und wie das bei deutschen Vereinen und Clubs so üblich ist wurde da auch schon fröhlich drauf los organisiert. Ende Januar traf sich die Meute zum ersten mal auf`m Wintertreffen am Riegsee, der liegt südlich München im tiefsten Bayern. Bin ich selbstverständlich mit dem Wintergespann hingefahren.


Neben den so üblichen Treffen- Aktivitäten gab´s ein paar sehr gut gemachte Beiträge über Technik und Ernährung bei solchen Aktionen. Gerade die Ernährungstip`s von Silke (sie macht sowas Hauptberuflich) sollten noch Früchte tragen. Ausserdem hatte sich unser Alex eine gut gemachte Transport- Logistik ausgedacht, um die 23 Leute samt ihrer Enduro`s nach Rumänien zu bringen.

Weiter ging´s dann Ostern 2003 in Suhl. Stefan Hessler, der einzige Profi in unserer Truppe, machte mit uns ein Enduro- Traning auf der Cross Strecke in Walldorf. Da wurden die typischen Fahr- Fehler abgestellt und jeder konnte was gelerntes mit nach Hause nehmen. Ein paar von den Leuten hatten es nach dem Wochenende auch richtig gut drauf.




Jo und dann ging´s los. Ende Mai war Freitag Abend`s Treffpunkt für die Meute in ein Nest bei Würzburg. Hier sammelten sich die Leute aus ganz Deutschland (und Elsas) um den Convoy zusammenzustellen.
Ist schon eine geile Nummer 23 BIG`s samt Fahrer, Klamotten, Ersatzteile, Reifen und Ausrüstung auf 8 Busse/PKW´s samt Hänger zu verteilen.

Die 1.600 km bis Brebu Nou haben wir dann in einem Stück runtergerissen. Lief eigendlich ganz gut. An den Grenzen gab`s eigendlich auch keine nennenswerten Probleme. Nach 24 Stunden waren wir da. Dooferweise hab ich mich an der Einfahrt zur alten Schule auch gleich mal in einem Schacht festgefahren. War ein Stück Arbeit den Bus da wieder raus zu kriegen.


Nach einem guten Abendessen und einigen Bieren war`s dann auch gut für den Tag und wir bezogen unsere Betten in der alten Schule.

Sonntag`s ausgeschlafen, alle Moppet`s ab/ausgeladen und startklar gemacht. Beim Schwätzchen mit den Leuten rundum stellt sich raus, das neben mir im Camp Doris aus München samt Mann steht. Man trifft die Stresser wirklich auf allen Strassen der Welt !!

Nachdem die sich letztes Jahr hier mit ihrem schweren TDM Endurogespann gequält hatten haben sie dieses Jahr auf was ganz leichtes gesetzt: Honda Reflex Trai`s . Mit Sicherheit nicht die schlechteste Wahl !!

Wir haben dann mit ein paar Mann noch eine schöne Einführungsrunde gemacht, wobei mir die unterschiedlichen Schmerzgrenzen in Sachen Fahrbarkeit von Waldwegen bewust wurden. War schon gut, dass wir unsere 23 Mann/Frau Truppe in zueinander passende Team`s aufgeteilt haben.

Sonntags Abend war dann Ausgabe der Landkarten und anschließendes grosses Briefing von Sergio, dem Veranstalter. Alle 140 Teilnehmer versammelten sich in der Kantine und jedes Team durfte sich und seine Mitglieder vorstellen. Bei soviel Leuten ist der Abend dann auch bald rum.

Montag
Um 6:30 klinget der Wecker und die Vorbereitungen gehen los. Trinkrucksack fertigmachen, Wegzehrung, Regenklamotten, Werkzeug usw. einpacken. Ölkontrolle, Kette schmieren, GPS und Karte an die BIG machen und und und. Ab 8:00 gibt`s Frühstück und um 9:00 ist Abfahrt.
Für den ersten Tag hatten wir uns ein paar leichte Kontrollpunkte ausgesucht. Aber da von uns keiner eine Ahnung hatte wie das hier so abläuft haben wir auch das nicht so recht auf die Reihe gekriegt.
Unser Ralle ist gleich mal stur seinem GPS Pfeil hinterher gefahren und landete direkt im Sumpf einer Quelle. Danach sammelten wir dann ein paar Kontrollpunkte ein, bis das Pech wieder zuschlug. Nach einem harmlosen Sturz wollte die BIG von Alex nicht mehr starten. Nach ausgiebiger Kontrolle der üblichen Fehlerquellen lief uns so langsam die Zeit weg und wir beschlossen Alex samt seiner BIG in´s Tal zu bringen und den Rücktransport in`s Camp zu organisieren. Da wir hierdurch doch ziemlich von unserer Route abgekommen waren wollten wir einen in der Karte eingetragene Abkürzung nehmen.



Aber wie soll man mit einer 230 kg Enduro da hochkommen?
Also wieder zurück und die nächste „Abkürzung“ suchen. Nach 2 Stunden abfahren von alle möglichen Wildschweinpfaden und Obstplantagen haben wir die Suche nach dem Einstieg aufgegeben und wollten zur Hauptpiste zurück. Hierbei mussten wir durch den Ort, an dem wir unseren Alex zum abholen abgestellt hatten. Der sass immer noch auf dem Dorfplatz und langweilte sich zu tote. Just in dem Moment kam Mona mit dem Buss und so konnten wir dann beim Verladen helfen.

Nun also wieder den Hauptweg rauf auf´n Berg und zum nächsten Kontrollpunkt. Diese unbemannten Kontrollpunkte bestehen meist aus einem Blechschild, dass an einen Baum genagelt ist. Hier ist eine Nummer eingestanzt, die mit einem Bleistift auf die Stempelkarte abgerubbelt werden muss.

Nun kam mein grosser Fehler: Auf dem Weg zum nächsten Kontrollpunkt lies ich mich vom GPS einen Waldhang hinunterlocken, der sich als Sackgasse erwies. Also das ganze Steilstück wieder zurück. Immer abwechselnd mit
4 Mann an 1 Maschine ziehend und wuchtend malochten wir Kräder bis zum Ende unserer Kräfte den Hang hinauf.. Verdammt, kann eine BIG so schwer sei !! Bewundern musste ich da unseren Stefan Hessler. Wenn bei uns die Luft draus war fuhr der einfach weiter. Das sind halt so die Unterschiede zwischen Profis und Amateuren. So auf halber Höhe musste Sven feststellen, dass seine Kupplung den Geist aufgegeben hatte. Toll. Stefan RB ist dann in´s Camp zurückgerast und hat eine neue Kupplung samt Federn geholt. Bei einbrechender Dämmerung haben wir die dann mitten im Wald gewechselt.




Anschliessend gings die letzten 30 km im Dunklen durch`s Gelände ins Camp. Möchte ich auch keinem empfehlen. Mann hat an dem Abend das Bier gut geschmeckt !!!

Dienstag
Den Wecker um 6:30 hab ich dank Ohrenstöpsel (sind überlebenswichtig in so einem Schlafsaal) nicht gehört. Um 7:30 haben mich dann die anderen geweckt und nach dem Frühstück ging`s erst mal ans Beseitigen der diversen Schäden an den Krädern. Jeder hatte irgendwas zu flicken. Der Totalausfall von Alex Elektrik stellte sich als ein gequetschtes Kabel zum Pick Up heraus. Neu verlötet und ein Schrumpfschlauch drüber und weiter gehts.

Um 10:30 sind wir dann los zu Wittmann`s Hütte. Den Spritt, den wir unterwegs getankt hatten erwies sich leider als böses Klingelwasser. Speziell Stefan`s getunter STR Motor klingelte wie ein Hammerwerk. Das würde nicht lange gut gehen. Beim Wittmann, einem wunderschönen Gasthof und CP mitten in der rumänischen Wildnis grosses Palaver wie es weitergeht.



Also neuer Plan: Ralle, Svenni und Alex fahren 3 Kontrollpunkte ab und Stefan und ich fahren an die Europastrasse zurück wo es 98er Sprit geben soll.
Treffpunkt an der Auffahrt zum Cotzia um den dann gemeinsam anzugehen.
Diese Auffahrt war dann derart heftig, das nur noch Stefan und ich weiter wollten. Kurz vorm Gipfel war dann auch bei mir die Luft draußen und meine BSE (Blei Schwere Enduro) kippte mir um. Leider war der rechte Fuß drunter und die Schmerzen verhießen nichts gutes. Aber egal, Gipfelfoto gemacht CP eingesammelt und wieder zu Tal das ganze.










Auf dem Rückweg noch 2 harmlose CP geholt und zurück ins Camp.
Aynchel aus Meddersheim
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ich könnte die BIG auch mit 5,5l daher fahren, aber das wäre Spritverschwendung ;-)

Matthias
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Beitragvon Matthias » 14.07.2009, 21:45

Hi Hi :o die Story kenn ich auch, nur kommt in meiner mehr Getränke und Picknick drin vor .... aber schäh woars 8)
Einen schönen Tag noch !
Matthias

www.Reisebig.de..... .....Bild
Computer gehorchen deinen Befehlen, nicht deinen Absichten.

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Breslau 2009

Beitragvon Evildent_Resi » 14.07.2009, 21:51

*hrrrhrrr* Wenn mer mal ehrlich ist, die Bowdenzuggeschichte (oder was ähnliches) ist wohl jedem schon mal passiert...

Und wers net zugeben will, der lügt. Basta.

Grussa!
LarS
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95% aller Endurofahrer haben Dreck am Ständer...
Annern Leut' ham nen 6-Zylinder, ich hab 6 Einzylinder :D

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