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Leserbrief an die "Motorrad" -
Verfasst: 27.05.2015, 20:32
von Aynchel
sittich hat geschrieben:Servas
Unsere Firmenchefin ist eine sehr umgängliche Frau. Herzlich, sehr sozial eingestellt, humorvoll und für jeden Schwachsinn zu haben. Nur so wirklich ärgern sollte man sie halt nicht und grad' das hat
Motorrad im April geschafft. Rausgekommen ist nebst einem deftigen Leserbrief auch eine Homage an Flottelotte hier und drum leg' ich das auch hier rein. Übrigens mit Lottes Okay
Gruß aus'n Nachdienst
..........................
Sehr geehrte Damen und Herren
Um es gleich klarzustellen - niemand bei uns im Büro liest Ihre Zeitschrift "Das Motorrad", obgleich wir bis auf eine Kollegin alle mit Motorrädern unterwegs sind, sowohl beruflich als auch privat. Der Grund hierfür ist einfach jener, daß wir nicht permanent dem neuesten hinterherlaufen, ältere Bikes besitzen, aber vor allem der, daß wir für Werbung prinzipiell kein Geld ausgeben. "Das Motorrad" sehen wir aber genau als das... eine Dauerwerbung über etliche Seiten und daß etliche ältere Motorräder heute noch zur Zufriedenheit der Fahrer/innen die Straßen bevölkern, wird völlig ausgeblendet - oder ganz weit hinten bei einer kleingehaltenen Gebrauchtberatung. Beruflich sind wir immer wieder mit Werbeaufträgen konfrontiert und glauben zu erkennen, wo Information endet und Reklame beginnt.
Nun verirrte sich aber doch die Ausgabe 2015/08 ins Büro und ich begann darin zu blättern - aber ich kam schon über das Anfangsthema von Michael Pfeiffer nicht hinaus, wo ich mich gegen Ende persönlich beleidigt fühlte. Da gab es doch tatsächlich den Satz "... Aber wer schraubt schon seine Bremsscheibe selber ab und wieder dran?" Völlig irritiert saß ich da, las sicherheitshalber auch die vorigen Zeilen, um sicherzugehen, daß ich nicht etwas falsch verstanden hatte. Doch nein - den Satz gibt es wirklich und auch den darin enthaltenen Sinn.
Die erste Frage zu diesem seltsamen Satz liegt ohnedies auf der Hand. Wer soll besagte Bremsscheibe denn sonst abbauen, wenn frau/man nicht selber? Zufällig vorübergehende Passanten? Der Pannendienst? Die Kinder im Sandkasten am Spielplatz, die mitunter erstaunlich schöne Burgen bauen? Während ich diese Mail schreibe, blicke ich auf meine Hände, meine Finger. Die sind gesund, sie sind beweglich und einigermaßen kräftig. Die könnten eine Erneuerung einer Bremsscheibe selbst bei marginalen technischem Können spielerisch leicht bewerkstelligen. Das Anzugdrehmoment weiß man, den erforderliche Drehmomentschlüssel gibt es überall und aus dem heraus hoffe ich, Sie werden meine Irritation verstehen.
Eben immer wieder mit Werbung konfrontiert, drängte sich mir gleich die zweite Frage auf. Welche Zielgruppe peilt "Das Motorrad" als Leser/innen an? Draufsetzen, starten, fahren, abstellen - und sollte sich auch nur irgendein technisches Problem am Horizont zeigen, ab in eine Vertragswerkstätte? Sehen so tatsächliche die Biker/innen von heute aus? Ein Haufen technisch völlig Ahnungsloser, welcher nichtmal in der Lage ist, einfache und erweiterte Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten selbst zu bewerkstelligen? Zeichneten sich Motorradfahrer/innen nicht immer just dadurch aus, daß sie sich mit der unter ihnen arbeitenden Technik auch einigermaßen beschäftigen? Offenbar lebe ich mit meinen knapp 40 Jahren bereits in der Bronzezeit. Ich bot den Artikel unserem seit über 40 Jahren motorradfahrenden Seniorchef zum lesen an, aber der winkte überhaupt gleich ab. Der lebt noch in der Steinzeit, als "Das Motorrad" noch Ratschläge zur Feinjustierung von Vergasern anbot - wofür man besagte funktionstüchtige Hände brauchte...
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Nur kurz lag "Das Motorrad" 2015/08 unbeachtet im Büro herum, dann kam was kommen musste... eine Kollegin griff danach. Hier muß ich kurz einwerfen, daß die Fähigkeit zu ausgelassenem Humor nebst fachlicher Kompetenz eines der wesentlichsten Aspekte bei Bewerbungsgesprächen ist. Wer das nicht bringt, kommt in meine Firma nicht rein. Nun begann besagte Kollegin zu lesen, begann wie erwartet beim eingangs beschriebenen Satz zu gackern, hatte aber im Gegensatz zu mir die Härte weiterzulesen...
Nun kam es, wie ich es geahnt hatte. Im Form szenischer Darstellungen inmitten des Büros wurde Ihre Zeitschrift süffisant analysiert, zerpflückt und zerrissen und der Schwerpunkt dabei waren die von ihnen so hochgelobten "Assistenzsysteme".
"Traktionskontrolle" - neunstufig einstellbar. Damit kann selbst ein/e BILD-leser/in oder ein Pegida-Stumpfi mit 2cm Stirnhöhe in Schräglage das Gas aufreißen, ohne daß das Hinterrad wegschmiert.
"Wheelie-Control", bitte was? Da kann also eine absolute Null ihren/seinen Nachmittag auf der Straße vor der Eisdiele am Hinterrad verbringen, ohne Gefahr, daß es sie/ihn auf den Rücken schmeißt?
Das meiste Kopfschütteln kam aber bei alldem überbordenden Eletronikwahn.
Nun, da gab es noch den Vergleichstest Ducati 12999 Panigale vs. Ducati 1199 Panigale S, also die neue gegen die alte. Gut, es gab ringsum einige technische Veränderungen, aber 144,5kW gegen 140,1 kW und 296 km/h gegen 299 km/h sind schon ein gewaltiges Argument und absolut den Neupreis von 25.490.- Euro wert, welchen die Zielgruppe von "Das Motorrad" aus der Trinkgeldkasse für den Pizzadienst bezahlt. Aber im Ernst - dieser Vergleichstest war Ihnen sieben quälend lange Seiten wert?
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Unser Seniorchef hat noch stapelweise alte Ausgaben von "Das Motorrad" archiviert, vorzugsweise mit Tests von Motorrädern, welche ihn heute noch interessieren. Ich hatte viele davon mit großen Interesse gelesen und das Buch "Schnell auf zwei Rädern. So fährt man Motorrad" von Ernst "Klacks" Leverkus war meine Einstiegsliteratur zum Thema Motorrad. Ich möchte hier nicht den alten Kalauer aufwärmen, daß früher alles besser war - denn das war es definitiv nicht, alleine schon was die Zuverlässigkeit der Motorräder betrifft. Doch mit dem, was Sie Herr Pfeiffer, hier unter die Leute bringen... damit möchte ich nichts zu tun haben. Nicht mir Ihrer Ideologie, nicht mit Ihrer Botschaft - und nicht mit Ihnen. Aus dem heraus auch die Anrede "Sie", denn als Motorradfahrer in der Welt, ich welcher ich meine BMW R90S bewege, sehe ich Sie nicht...
Ich widme diese Mail einer "Flottelotte" aus dem Suzuki DR Big-Forum, in welchem sich auch unser Seniorchef bewegt. Ich kenne diese Frau leider nicht und bin auch eher sparsam damit, jemandem Hochachtung auszusprechen. Jedoch Lotte hat meine volle Bewunderung und ich sehe diese Motorradkollegin vor meinen geistigen Auge herzhaft lachen, wenn da einer daherkommt und meint "... Aber wer schraubt schon seine Bremsscheibe selber ab und wieder dran?"
Mit freundlichen Grüßen -
Alice Münz
http://www.dr-big.de/forum/viewtopic.php?f=14&t=84762
Re: Leserbrief an die "Motorrad" -
Verfasst: 27.05.2015, 20:33
von Aynchel
sittich hat geschrieben:Servas
Unsere Firmenchefin ist eine sehr umgängliche Frau. Herzlich, sehr sozial eingestellt, humorvoll und für jeden Schwachsinn zu haben. Nur so wirklich ärgern sollte man sie halt nicht und grad' das hat
Motorrad im April geschafft. Rausgekommen ist nebst einem deftigen Leserbrief auch eine Homage an Flottelotte hier und drum leg' ich das auch hier rein. Übrigens mit Lottes Okay
Gruß aus'n Nachdienst
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Sehr geehrte Damen und Herren
Um es gleich klarzustellen - ......... .....
Mit freundlichen Grüßen -
Alice Münz
http://www.dr-big.de/forum/viewtopic.php?f=14&t=84762
Einfach klasse, ganz mein Ding....einfach nur oberklasse....
Euch einen schönen Tag....
Micha
Re: Leserbrief an die "Motorrad" -
Verfasst: 27.05.2015, 20:34
von Aynchel
DR-TOM hat geschrieben:@Sittich:
Diesen Leserbrief würde ich, wenn es denn ginge, sofort unterschreiben! - Einfach perfekt.
Ich werde ihn unter meinen (überwiegend Motorrad fahrenden) Kolleginnen und Kollegen verteilen - hier mag nämlich auch Keiner dieses BMW-Prospekt.
Ich bezweifel, dass dieser Leserbrief auch nur auszugsweise abgedruckt wird...
Gruß
Thorsten
Re: Leserbrief an die "Motorrad" -
Verfasst: 27.05.2015, 20:35
von Schimmel
Hey aynchel,
Jetzt pack die geschriebenen Sachen noch rüber
Gruß peter
Re: Leserbrief an die "Motorrad" -
Verfasst: 27.05.2015, 20:35
von Aynchel
kahlgryndiger hat geschrieben:Sehr schön Herr Sittich

Welcher Art ist eigentlich das Büro in dem Du arbeitest? Falls diese Frage erlaubt sein sollte
Grüße aus dem Büro

Re: Leserbrief an die "Motorrad" -
Verfasst: 27.05.2015, 20:36
von Aynchel
GoEast hat geschrieben:Tolle Chefin hast du da Sittich. Klasse
Du solltest sie mit zum BIG Treffen nehmen. Dort wird sie sich wohlfühlen!
GoEast

Re: Leserbrief an die "Motorrad" -
Verfasst: 27.05.2015, 20:36
von Aynchel
flotteLotte hat geschrieben:hey cool! Der Artikel gefällt mir!ich habe mir noch nie eine Motorrad gekauft, aus genau diesen Gründen. Ne Bremsscheibe hab ich sogar schon mal gewechselt
falls das Ding tatsächlich gedruckt wird gebt mir mal bitte Bescheid, dann kauf ich mir doch mal eine

Re: Leserbrief an die "Motorrad" -
Verfasst: 27.05.2015, 20:37
von Aynchel
Olaf hat geschrieben:Also den Leserbrief würde ich mit vollem Herzen und Verstand ebenfalls unterschreiben - nur an den literarischen Fähigkeiten mangelt es mir den so zu schreiben...
----------... Aber wer schraubt schon seine Bremsscheibe selber ab und wieder dran?" ----------
In meinem Anfangsjahren (80´er) habe ich die Zeitschrift "MOTORRAD" regelmäßig gelesen, bis sie dann mal einen alte Artikel von "Klacks" um den Test einer NSU Max eingestellt hatten. Der bot noch Informationen, die aktuellen Test´s damals - nur uninteressantes Geschwafel...
Olaf.....wechselt noch selber seine Bremsscheiben
Re: Leserbrief an die "Motorrad" -
Verfasst: 27.05.2015, 20:37
von Aynchel
Indyjaner hat geschrieben:...einfach nur genial gemacht von Frau Münz. Bin gespannt ob "Das Motorrad" das Druckt!!! Sagt mal Bescheid - kaufen will ich keine.
Gruß
Re: Leserbrief an die "Motorrad" -
Verfasst: 27.05.2015, 20:38
von Aynchel
sittich hat geschrieben:Servas alle
Danke für euer Echo, vor allem auch in Alice's Namen.
Der Leserbrief ist frei kopier- und verbreitbar, kein Kopireit oder ähnliches Zeug. Nur wenn, dann bitte komplett weitergeben
Unsere Bude begann mit Grafik und Webdesign, heute arbeiten aber alle im IT-Sicherheitsbereich mit oft heiklen Jobs. Nur ich blieb bei Grafik picken, steh' auf der Wichtigkeitsskala dementsprechend am Rand, aber den von mir gebrauten Kaffee schätzt man sehr. Eine Zeit lang versuchte ich, mit betont männlichem Gehabe und eng anliegender Kleidung gefällige Aufmerksamkeit zu erregen, um wieder mehr in den Mittelpunkt zu kommen, aber das ging schief. Zu sehr quoll die Wampe über den eng geschnürten Gürtel, dann rutschte die einen Riesenpenis vorgaukelnde Schaumgummirolle von mir unbemerkt unten aus der Hose, eine Kollegin legte sie mir diskret auf den Schreibtisch und als mir dann beim Bücken die Jeans vom Schritt bis zum Steiß platzten, ließ ich den ganzen Machoschmarren sein - und koche wieder Kaffee.
Okei, so viel zur Firma und der Stimmung dort
...........................
Aber jetzt wieder zu Lotte's BIG, es ist ja ihr Mut machender Fred
An liab'n Gruß von z'haus
Re: Leserbrief an die "Motorrad" -
Verfasst: 27.05.2015, 20:39
von Aynchel
Dickschiffkapitän hat geschrieben:....... Zum anfang meiner motorradkariere, so um 1982 war ich eifriger leser von "MOTORRAD". Aber je "perfekter" die vergleichstests wurden, desto weniger sprachen sie mich an. Beschleunigungszeiten und höchstgeschwindigkeiten mit nachkommastellen haben mich noch nie interessiert. .......
da haste aber den ollen Klacks verpasst
der hat das bis zum Exzess durchexerziert
er hat sich dafür sogar nen Tachographen zurecht gemacht
Fahrtenschreiber bei Nürburgring-Testfahrten
Einer der von Gustav Müller erhofften Neuzugänge der Redaktion war im Frühjahr 1954 Ernst Leverkus. Vor schwierigen Aufgaben motivierte er sich selbst und andere mit dem Ausspruch „Das ist doch ein Klacks“, und weil es in den frühen 50er-Jahren offenbar viele schwierige Aufgaben zu bewältigen gab, entwickelte sich daraus sein Pseudonym. Der junge „Klacks“ trat zunächst als Fotomodell für Fahrmäntel in Erscheinung und in einem seiner ersten namentlich gezeichneten Artikel schon sehr selbstbewusst und meinungsstark auf. Die polemische Brillanz seines Chefredakteurs Hertweck stand ihm aber nicht zu Gebote. Sein großes Thema wurden die Tests: Er führte die Testfahrten auf der Nürburgring-Nordschleife ein, und seine Beurteilungen gewannen dadurch enorm an Tiefe, dass alle Komponenten eines Motorrads bei diesem Fahrbetrieb weit über alltägliche Belastungen hinaus gefordert wurden. Auch nahm „Klacks“ die Idee des Fahrtenschreibers wieder auf, den er von 24 Stunden auf 24 Minuten Laufzeit pro Umdrehung umstellen ließ und mit wechselnden Übersetzungen dem Vorderradumfang verschiedener Motorräder anpassen konnte – ein frühes Data-Recording. Der Fahrtenschreiber wurde vor allem bei den Nürburgring-Testfahrten eingesetzt; bald ermöglichte ein großer Fundus von Datenblättern präzise Vergleiche.
Quelle:
http://www.motorradonline.de/vermischte ... rie/580842
Re: Leserbrief an die "Motorrad" -
Verfasst: 27.05.2015, 20:40
von Aynchel
und so weiter ...
jeder zieht sein Gerümpel rüber und ein netter Admin putzt den Dicke Trulla Gig
Re: Leserbrief an die "Motorrad" -
Verfasst: 27.05.2015, 20:48
von Knacki
Gerümpel ...
Knacki hat geschrieben:Oh ... hab ich also nix verpasst, weil ich mir noch nie eine Motorradzeitschrift gekauft habe

.
Die Wortwahl finde ich sehr gelungen! Ich musste zwangsläufig an eine schon lange verstorbene gute Freundin denken, die wohl vor Ärger über den Artikel ihre CNC gesteuerte Kantbank zerlegt hätte. Oder an die 30 Mädels, die 1979 mit mir eine Ausbildung für einen Metall verarbeitenden Beruf begannen.
Auf der anderen Seite - sind nicht die meisten Motorradfahrer heutzutage genau so: "An die Bremse gehe ich nicht dran, das ist mir zu gefährlich!" ? Und dann blind einer Werkstatt vertrauen, die ständig Zeug austauscht was gar nicht kaputt ist. Wie oft habe ich schon den Satz gehört: "Die Leute wollen beschissen werden!" Traurig aber wahr.
Ich habe schon ähnliche Leserbriefe an Nachrichtenredaktionen geschrieben. Die Antworten waren wie erwartet lapidar und lächerlich, wenn sie überhaupt auf die Kritik eingingen. Ist eigentlich Zeitverschwendung, aber immer noch besser als den Ärger an Unschuldigen auszulassen.
[...]
Gruß
Knacki
Re: Leserbrief an die "Motorrad" -
Verfasst: 27.05.2015, 20:50
von Aynchel
Schimmel hat geschrieben:Hey Sittiche,
Den Leserbrief finde ich super
Ich aute mich ich lese Motorrad bei Bekannten, aber auch noch viele andere Zeitschriften.
Bedenkt nur es gibt viele Motorradfahrer mit neuen Enduros über 220 kg und Küche Dusche Bad.
Die Schrauben nicht selber.
Ich finde es gut das es hier viele Neuschrauber gibt.
Wenn Frau oder Mann mit gesundem Menschenverstand und Lernfähigkeit ans Werk gehen klappen selbst komplett Aufbauten.
Aber manche sollten eventuell doch lieber die bremsscheiben wechseln lassen.
Gruß Schimmel
Re: Leserbrief an die "Motorrad" -
Verfasst: 27.05.2015, 21:16
von Silke
Naja, "Reklame" würde ich das nicht nennen. Es gibt tatsächlich Motorradfahrer, die interessiert, was es da so tolles Neues auf dem Markt gibt. Und für die ist diese Zeitschrift gemacht.
Ich gehöre nicht dazu, ich war letztens auf ner R1200GS völlig überfordert mit den 1000 Schaltern an der linken Schalterarmatur und dem Multifunktionsdisplay, das mir seine Geheimnisse nicht verraten konnte bei so vielen Anzeigen in einem Display...
Es gibt aber ziemlich viele Leute, die auf genau so einen dämlichen Schnickschnack stehen - und denen es völlig egal ist, dass die Sitzbankbefestigung an dem UFO nicht entgratet ist (oder hab ich zu kleine Finger?) und das Heck nur aus Plastik im Metall-Look besteht.
Wir sind (und bleiben) in der Minderzahl mit unseren "Selbstschrauberkisten".
Aber vielleicht überseht Ihr auch, dass in der Motorrad regelmäßig auch "alte Kisten" vorgestellt werden, unsere (meine) Big war auch schon dabei!
Hier mal ein Foto vom Fotoshooting zu dem Artikel 2004:
Und 2013 war es meine 30 Jahre alte Tenere im Vergleichs"test" zur aktuellen Tenere!
10 Jahre zuvor eine Hommage an die XT600Z.
Es ist also nicht alles "Reklame", was in "Motorrad" geschrieben wird! Solche Artikel gehen nur unter, weil wir, die Zielgruppe, die Zeitschrift nicht lesen!
Und schaut Euch mal die Neuzulassungen für Motorräder an:
http://www.ivm-ev.de/ivm_performance_20 ... tisticId=1
Was liegt da mit 3620 Stück im April 2015 vorne? Richtig, das "Ufo" mit zu viel Schaltern: die 1200er BMW
Allein bei der Gesamtmenge an NEUzulassungen (und das sind ja nur die Top50) wird doch klar, dass es ein großes Leserpotential für solche Modellvorstellungen gibt. Und ich glaube fast, man kann ohne Computer-Update an soner UFO-BMW auch keine Bremsscheibe wechseln

Einfach nicht kaufen - das machen schon genug andere!
Und, so nebenbei, sone Mopete mit Einspritzung und ABS fährt sich schon geil....
Silke
Re: Leserbrief an die "Motorrad" -
Verfasst: 27.05.2015, 21:20
von kahlgryndiger
Silke hat geschrieben:Und, so nebenbei, sone Mopete mit Einspritzung und ABS fährt sich schon geil....
Silke
Das wollte jetzt keiner lesen ...
Andreas, in dessen Scheune auch schon mal eine Vergaser-Monster stand und der auch schon mal eine EFI Version gefahren ist

Re: Leserbrief an die "Motorrad" -
Verfasst: 27.05.2015, 21:43
von Taxel
Grüße.
Tatsache ist, daß neue technik nicht immer schlecht ist. Ich möchte kein /8 oder w123 taxi mehr fahren müssen. Mein 211er fährt sich so schön entspannt und ist fast wartungsfrei.
Wahrscheinlich sind es auch die erinnerungen und gefühle, die einen an den alten dingen festhalten lassen.
Aber um auf die "MOTORRAD" zurückzukommen:
Ich fand sie irgendwann einfach zu steril. Irgendwann abonierte ich den "tourenfahrer", danach die "enduro" und inzwischen lese ich kaum noch motorradzeitschriften.
Deren platz haben inzwischen die "oldtimer-praxis" und diverse youngtimermagazine eingenommen. So ein oller /8 wäre mal wieder goil....
Axel....will so vieles.....
Re: Leserbrief an die "Motorrad" -
Verfasst: 27.05.2015, 22:27
von Bambi
Hallo zusammen,
ich glaube, wir sollten dafür einen separaten Thread aufmachen! Ich habe mich die letzte Viertelstunde herrlich amüsiert, über den Leserbrief und über Eure Kommentare. Und ich habe auch vielfach meine eigene Geschichte mit dieser Zeitschrift wiedererkannt. Leider zerspanen wir so Lottes Thema zu sehr. Aber wie gesagt: Herrlich, herrlich, herrlich!
Und noch was für Lotte: Du hast inzwischen einige Dinge gemacht, die ich noch nicht gemacht habe! Schalter habe ich bisher z.B. nur ganz selten überarbeitet, meist habe ich, es war übrigens immer bei der GN, in meinen großen Teile-Fundus für dieses Modell noch einen brauchbaren gefunden. Aber der Fundus schrumpft, insofern sollte ich Dir mal nacheifern! Eigentlich besonders beim Thema Elektrik!
Noch etwas zur Verkleidung: machst Du die auch einteilig wie ich und hängst die Blinker anders auf? Sieht zumindest grad danach aus ...
Schöne Grüße, Bambi
Noch als Ergänzung: Als 'Das Motorrad' in 'MOTORRAD' umbenannt wurde begann es sich von mir zu entfernen! Aber das ist mit dem Wechsel von 'PS - Die Motorradzeitschrift' zu 'PS - sportlich schnell motorradfahren' auch nicht anders gewesen. Übrigens fiel seltsamerweise auch hier der Weggang von Klacks in den Zeitpunkt der 'Wandlung'.
Schöne Grüße, Bambi ... hat auch mit 'Schnell auf 2 Rädern' Moped-Fahren (wortwörtlich, na ja Mokick) gelernt ...
Re: Leserbrief an die "Motorrad" -
Verfasst: 28.05.2015, 05:50
von Tomgar3
Das Anschreiben ist einfach wundervoll

Re: Leserbrief an die "Motorrad" -
Verfasst: 28.05.2015, 07:21
von sittich
Gumorgen
Danke Aynchel für's Umezah'n (Hinüberüberziehen) in einen frischen Fred
Silke hat geschrieben:Ich gehöre nicht dazu, ich war letztens auf ner R1200GS völlig überfordert mit den 1000 Schaltern an der linken Schalterarmatur und dem Multifunktionsdisplay, das mir seine Geheimnisse nicht verraten konnte bei so vielen Anzeigen in einem Display...
Das ging mir auch so mit der! Ich bekam sowas vom Importeur für ein ganzes Wochenende und an der ersten Tankstelle wollte ich mich mit dem ganzen Zeug vertraut machen. Aber dazu war das Wetter zu schön, ich ließ es bleiben und machte die restliche Zeit nichts anderes, als ich auch mit der BIG mache: Nach vorne fahren, denn dort war ich an diesem Tag noch nicht
@ Dickschiffkapitän: Jau, ich glaube Klacks hat mich auch sehr geprägt! Und
"steril" trifft's genau.
@ Knacki: Viel hast nicht verpasst mit deiner Weigerung gegenüber derlei Zeitschriften. Früher war's lehrreicher.
@ Bambi: Bei mir war's ähnlich, nachdem "MOTORRAD" klackslos wurde. Ab dann pickte ich mir nur noch manches aus dem Kiosk, wo#s um Dinger ging die mich interessierten. Die wurden aber immer weniger.
@ Tomgar3: Danke, ich geb's wieder mal weiter
Gruß aus'n Haustor