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hcw
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Beitrag von hcw »

hmmm....

Hier wurden soviele Dinge angesprochen - ich weiß gar nich wo ich zuerst was zu sagen soll... ;)

First: Knacki - ich fühle mich nicht angegriffen - sehe es auch nicht, dass du jemanden angreifst. --> ich will auch niemanden angreifen - bitte das zu beachten, bei meinen Worten. :prost:
Knacki hat geschrieben:ja und nein, weil der Organhandel ja nur möglich ist, weil es Ärzte gibt die Organe transplantieren.
Der Menschenhandel ist auch nur möglich, weil es Menschen gibt. Der Kindesmißbrauch ist auch nur möglich weil es Kinder gibt. Der Alkoholmißbrauch ist auch nur möglich, weil es Alkohol gibt. Der religiöse Fanatismus ist nur möglich, weil es Religion gibt. Nachts ist es kälter als draußen. - Irgendwie sehe ich in deiner Aussage keine Logik. Sorry, wenns ein wenig scharf formuliert ist, aber für mich passt der Satz einfach nicht.
sepp-t hat geschrieben:Ich muss hier aber mal eine Lanze für Knack brechen...
Brauchste aus meiner Sicht nicht. Ich find Knacki sehr sympathisch - und verschiedene Meinungen sollte man doch auch akzeptieren können.
tomgar3 hat geschrieben:Und was ist Moral wirklich?
Moral ist eine gesellschaftliche Entwicklung. Andere gesellschaft, andere Moral. Moral ist bei mir ein negativ besetzter Begriff. Moral wird geprägt durch die ältere Generation, die meistens einfach antiquierte Ansichten vertreten.
tomgar3 hat geschrieben:Das Thema gehört durchaus in die Öffentlichkeit, aber um Himmels Wilen bloss nicht per Dekret.
Volle Zustimmung meinerseits...


Wenn man Knackis Gedankengänge wirklich konsequent durchziehen will - dann müsste man sich doch auch bei nem Schnupfen nciht behandeln lassen. Also eigentlich wäre die Ärzteschaft ja mehr oder weniger überflüssig. Dann würde es auch nicht soviele Alte geben, die den Jungen auf der Tasche liegen. hmmm... Was passiert dann mit dem Frühgeborenen? Was passiert mit dem, der Bluter ist, und sich geschnitten hat?

Wenn man mal komplett objektiv die Situation auf unserem Planeten betrachtet und davon ausgeht, dass man den Planeten Erde nicht weiter penetrieren und "bekämpfen" will - dann müsste man 80% der Menschheit direkt umbringen. Die Menschen erinnern mich in der Gesamtheit immer an Heuschrecken. Fressen, Vermehren, Zerstören, Weiterziehen, Fressen, Vermehren, Zerstören, ......


Besten Gruß
Christian - heute mit selbstzerstörerischen Wahnsinn aufgewacht... :lol:
Zitat Aynchel: "ein sauberes Moppet ist ein Zeichen für einen kranken Geist"
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eintopf
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Beitrag von eintopf »

Knacki hat geschrieben:eintopf schrieb:
menschenökonomie?

hatten wir schonmal vor ein paar jahrzehnten.
ich glaube du verstehst mich falsch. Ich meine man sollte den Dingen ihren natürlichen Lauf lassen. Wenn ein Mensch oder Tier mit den eigenen Organen nicht mehr leben kann ist es halt Zeit zu gehen. Das hat nix mit Nazi-Gedankengut zu tun, sondern wird ja so seit Millionen Jahren in der Natur praktiziert. Möchtest du etwa deinen Nachkommen zumuten für mehrere Alte den Lebensunterhalt (Rente) zu verdienen? Oder andersrum gefragt: ist es in Ordnung, wenn irgendwann die Alten alles das für sich beanspruchen, was die Jungen dringend nötig haben um zu überleben und die Art (Mensch) zu erhalten? Man muss diesen Wahnsinn doch nur mal konsequent zu Ende denken.
...

nein knacki, ich wollte dir auf gar keinen fall nazi-gedankengut unterstellen. entschuldige, wenn dies so rübergekommen sein sollte.
ich meine nur, man wandelt dort auf einem verdammt schmalen grat.
ab welchem alter soll man anfangen aufzurechnen: „der ist schon achtzig, da lohnt es nicht, noch tausende euros zu investieren.“?
wer soll entscheiden, wer es „wert“ ist, medikamente, spenderorgane, lebenshilfe zu bekommen?
was passiert mit neugeborenen die nach dem „natürlichen lauf der dinge“ nicht überlebensfähig wären, aber durch kleine hilfe ein normales leben leben können? asthmatiker, diabetiker, blinde, geistig behinderte, ab welcher summe ihrer lebenslang notwendigen unterstützung soll man das abo auf hilfe kündigen?
ökonomisch ist das der blanke wahnsinn, da gebe ich dir recht.
bis stichworte wie „unwertes leben“ etc. ins spiel kommen, ist es dann allerdings nur noch ein kleiner schritt.

nichts für ungut.
gruß
[align=center][size=85][color=#800000]Wer rechts dreht, wird Sturm ernten.[/color][/size][/align]
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Knacki
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Beitrag von Knacki »

Hi,

vielleicht abschließend möchte ich noch folgendes anmerken:

1. das Thema war "Organspender". Sicher gerät man dabei schnell auf Nebenschauplätze wie allg. medizinische Behandlung, Religion, Kosten, Alterspyramide, usw. Wenn wir das alles ausgibig diskutieren wollen, können wir dafür gleich drei Extra-Foren aufbauen.
Ich wollte nur deutlich machen, dass mich das verpflanzen von Organen von einen Menschen in den anderen eben an diesen Frankenstein-Horrorfilm erinnert. Irgendwie ist mir das echt zuviel Einmischung in natürliche Abläufe. Das soll nicht heißen, dass ich jede Einmischung ablehne.

2. finde ich es klasse, dass bei dem heiklen Thema niemand verbal aus der Rolle gefallen ist. So macht das Forum Spass!!! Persönliche Angriffe, wie sie hier manchmal auch üblich sind, braucht keiner. Ein dickes Kompliment an euch alle! :prost:

3. Schriftlich kann man wohl mehr zu dem Thema nicht sagen. Im persönlichen Gespräch wäre vielleicht noch ne Vertiefung möglich, aber eigentlich sind die Standpunkte ja klar geworden.

einen schönen sonnigen Tach wünscht
Knacki
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hcw
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Beitrag von hcw »

Knacki hat geschrieben:Das soll nicht heißen, dass ich jede Einmischung ablehne
Das ist mir klar, und das habe ich auch nicht anders gesagt - ich habe die Richtung des Gedankens nur weiter gesponnen.


Beste Grüße ausm sonnigen Ruhrpott
Christian - gleich wieder ne Stunde heimfahren - unter anderem durch kleine kurvige Sträßchen - ja die gibts auch im Ruhrpott... :o :P
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Tomgar3
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Beitrag von Tomgar3 »

sepp-t hat geschrieben:Deshalb bin ich ja so sehr für eine grundsätzliche Annahme der Organspendebereitschaft von mündigen Bürgern mit einer jederzeit möglichen Widerspruchsmöglichkeit dagegen...

So wäre jeder (z.B. Jugendliche in der Schule) gezwungen sich mit der Thematik a) zu befassen und b) sich eine Meinung zu bilden.
Und wie stehts im "WENNFALL"?

Dann setz ich mal hier mit an, fiktives Szenario:
Ich habe mich deutlich GEGEN Organspende entschieden, habe den Ausweis dazu inner Tasche.

Fall1: Unfall, meine Brieftasche wurde zermalmt und liegt mitten meinem zerquetschten Fahrzeug.
Da die Erklärung gegen Organspende nun nicht auffindbar ist, darf der Arzt dann sofort schlachten?

Fall2: Ich will nur mal eben mit der Big Fluppen holen und werd plattgewalzt, papiere liegen sonstwo und ich bin am Kopf von nem 40t überrollt und unkenntlich, Rest ist intakt.
Darf der Arzt dann zugreifen?

Fall3: Hossa, um die Gefahren oben genannter Szenarien zu umgehen, wird jeder Mensch gechippt.



Die Grundiedee hat ja was, aber wie umsetzen?
Es wäre untragbar wenn daraus Leute zu spendern würden oder Organe bekommen die sich deutlich dagegen ausprächen.
Und wenns vorausgesetzt würde, wo steht dann der Moralwächter der den boomenden Kapitalmarkt überwacht der daraus entsteht?

Mir wäre beim Kurzflug über diese Denkweise dann doch die aktuelle Variante lieber. Aber mehr Aufklärung sollte stattfinden.
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Beitrag von sepp-t »

Tomgar3 hat geschrieben:Und wie stehts im "WENNFALL"?
:hmm: tja, glaub nischt is wirklich perfekt...

Deine beiden ersten Fälle sind aber andersrum betrachtet genauso Sch...

Denn ich stell mir vor ich WILL meine Organe spenden, binn aba z.B. wejen des blöden 40 Tonners nich mehr zu erkennen und der Arzt darf mein dringend benötigtes Herz (is doch soooo groß :zwinker: ) nicht dem Sohn meines besten Freundes einsetzen, weil keiner erkennt dass ich das bin der da liegt...
(sorry, ich weiß das war jetzt sehr polemisch)

Aber so gesehen würde ich den Irrtum des Arztes in Bezug auf die Erlaubnis zur Verwendung der Organe lieber andersrum haben, also lieber irrtümlich entnehmen und ein anderes Leben retten, als irrtümlich nicht entnehmen und KEIN Leben retten :(

und Fall 3. :nono: nene soweit jehts denn ooch bei mir nich
Zuletzt geändert von sepp-t am 01.07.2009, 15:25, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitrag von sepp-t »

Tomgar3 hat geschrieben:Mir wäre beim Kurzflug über diese Denkweise dann doch die aktuelle Variante lieber. Aber mehr Aufklärung sollte stattfinden.
Mir gehts bei meinen (ketzerischen) Gedanken auch vielmehr um all die gleichgültigen Menschen, die oft z.B im Gespräch mir gegenüber auch offen zugeben, dass es Ihnen völlig egal ist..., die aber nicht zu bewegen sind, sich aktiv dafür auszusprechen...

Und das sind in meinen Augen bei der derzeitigen Regelung alles vergebene Chancen, Leben zu retten und zur Entspannung bei dem Organmangel beizutragen.

DAS ist in meinen Augen der eigentliche Fehler im bestehenden System.

Bei meinem Denkansatz kann das sicher bestehende Risiko, dass ein ausdrücklicher Nichtspender aufgrund der fehlenden Kenntnis dieses ausdrücklichen Willens beim Arzt doch zum Spender wird, durch entsprechende Regularien (z.B. im Zweifel Abfrage bei einer entsprechenden Datenbank o.ä.) zumindest so weit minimiert werden, dass das verbleibende Restrisiko in meinen Augen hinnehmbar wäre...

(da gibts übrigens ein paralleles Problem auf der anderen Seite, nämlich die lebenserhaltenden Maßnahmen gegen den Willen eines Patienten, weil der Arzt behauptet, der Wille des Patienten sei für Ihn nicht ausreichend klar formuliert... Stichwort Patientenverfügung)

Ist im Endeffekt alles eine subjektive Abwägungsfrage, also kaum lösbar. :(
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Beitrag von Knacki »

Also muss ich saufen, fixen, huren, fastfood mampfen, ohne Gummi bumsen und sonst noch alles was ungesund ist exesiv betreiben, um meine Organe so sehr zu schädigen, dass die keiner mehr haben will. :prost:
Oder der Kollege aufm Bock muss halt nochmal drüber rollen bis es richtig Matsche ist.

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Beitrag von sepp-t »

Knacki hat geschrieben:Also muss ich saufen, fixen, huren, fastfood mampfen, ohne Gummi bumsen und sonst noch alles was ungesund ist exesiv betreiben, um meine Organe so sehr zu schädigen, dass die keiner mehr haben will. :prost:
Oder der Kollege aufm Bock muss halt nochmal drüber rollen bis es richtig Matsche ist.

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:hmm: nur befürchte icke bei dir, dass sich hier am ende bestimmt n paar leute finden denen DU so am herzen liechst, datt de denn trotzdem noch jerettet wirst :roll:
tja, gloobe ditt kommt davon, wenn man mitm Herz am rechten fleck durchs leben jeht, selbst wenn manns nich hergeben will :?
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Beitrag von Tomgar3 »

@Knacki : :coool: die Variante is cool °° Frei nach dem Motto, "lieber 40 Jahre gelebt als 60 Jahre dagewesen!"

@Sepp:
Ich befürchte fast, deine Version kommt in argen Konflikt mit einem unserer demokratischen (wo warn die Ironietags nochmal..?) Eckpfeiler: "Die Würde des ..blabla..."
Kann ja wohl nicht angehen das einfach jemand Teile aus mir rausschnippelt wenn ich das in der Tat vorher eindeutig untersagt habe!
Ick wüsst nit was ich täte wenn ick zusehn müsste wie son Weißkittel aus meiner Frau ne Scheibe rausholt obwohl wir beide dagegen sind.
Gruselige Vorstellung.

Und chippen selbst, hossa, also ich würde diese Variante in vielen Themengebieten liebend gerne einsetzen.
Dumm nur, die Gefahr 1: Manipulation und 2: Missbrauch .. ist leider zu hoch ;(
Zuletzt geändert von Tomgar3 am 01.07.2009, 21:31, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitrag von Bambi »

Hallo zusammen,
eigentlich wollte ich noch garnichts zum Thema sagen und nur erstmal mitlesen und dann ev. später ...
Vor Allem, um nicht zuviel, zuwenig oder halt gerade das Falsche zu verbreiten.
Andererseits denke ich, daß meine persönliche Meinung zum Thema nun doch mal gesagt werden muß.
Ich habe immer noch keinen Spenderausweis in der Tasche, obwohl ich regelmässigst (wie soeben) zum Blutspenden gehe und in der Knochenmarkspender-Kartei 'vertreten' bin.
Der Grund: Ich habe ein Problem damit, daß Ärzte und Rettungsdienste bei schönen Wetter immer von 'Organspender-Wetter' sprechen. Wahrscheinlich ist das nur wie bei vielen Serviceleuten eine flappsige Bemerkung über den 'Kundenkreis'. Auch bei mir ist nicht jeder Versicherte das, was für die Firma 'das Gelbe vom Ei' wäre. Ich habe mich dazu erzogen, diese Frage nur im eigenen Hirnskastel zu diskutieren und ihn selbst mit seinem Problem als das zu nehmen, was er dann ist: das gerade Wichtigste vor meinem Schreibtisch, am Telefon, am anderen Ende der Mail-Leitung. Dabei kann es durchaus treffend sein, ihm zu widersprechen und zu versuchen, ihn zu einer anderen Meinung zu bringen. Aber immer unter der Prämisse, das seine eigene zunächst mal der Dreh- und Angelpunkt der Chose ist. Ihn also ernstzunehmen!
Jetzt zurück zu meinem Problem mit der Medizin: o.g. 'flappsige Bemerkung' weckt bei mir leider immer noch die Sorge, daß im Falle eines Falles aufgrund der 'Verwertbarkeit' nicht alles getan wird. Sicher, ich möchte auf keinen Fall womöglich nur noch mithilfe von Apparaten und barmherzigen Mitmenschen am Leben erhalten werden. Aber es hat auch schon Fälle gegeben, die so lange hin und hertransportiert wurden, bis sie letztendlich wirklich tot waren. Ob die 'Verwertbarkeit' der Grund war bleibt leider unbeantwortet ...
Bitte verstehe mich jetzt keiner aus den Rettungsdiensten falsch! Ich habe die höchste Achtung vor Eurem Einsatz und dem, was Ihr tagtäglich - oft genug aus eigener Doofheit des Verunglückten - mitmacht!!! Ich selbst war mal als 3. Helfer bei einem schweren Autounfall dabei. Dort habe ich aufgrund des Schreckens des 1. und 2. Hinzugekommenen diese gebeten, daß einer den Rettungsdienst - in der Vor-Handy-Ära - alarmiert und der andere den geschockten Beifahrer davor bewahrt, in den immer noch fließenden Verkehr zu laufen. Ich selbst bin bei dem Schwerstverletzten geblieben und habe mit ihn geredet und auf den Rettungsdienst gewartet. Stabile Seitenlage etc. war in dieser Situation absolut nicht möglich. Beim Eintreffen der Sanitäter mit Notarzt war gleich klar, daß diese zu dritt einfach unterbesetzt waren. Also bin ich dort geblieben und hatte zeitweilig 4 Infusionsflaschen an den Fingern hängen, um das Team zu unterstützen. Nach 1 1/2 Stunden schien er dann mit dem Hubschrauber transportfähig. Leider ist unterwegs doch verstorben.
Ich würde mich zum Resümee gerneauf dieses Zitat von oben beziehen:
'Knacki hat geschrieben:
ja und nein, weil der Organhandel ja nur möglich ist, weil es Ärzte gibt die Organe transplantieren.'
Hier fehlt einfach ein Wort wie korrupt oder gewissenlos
Sorry, PC spinnt ich poste mal und editiere den Rest!
Zuletzt geändert von Bambi am 01.07.2009, 22:03, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitrag von sepp-t »

Bild

@Tomgar, lass uns jetze bitte :prost: oda von mir aus ooch Bild

icke wollte doch blooooooß mal uffn Thema uffmerksam machen watt mir am Herzen liecht
(und hoffentlich jedem der irjendwann mal viell. meins kricht :rms: )
aba jedenfalls findicket JEIL wie hier diskutiert wird, ooch bei sonem Thema :good:
Zuletzt geändert von sepp-t am 01.07.2009, 22:58, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitrag von Bambi »

Sorry, das mit edit klappte nicht, daher die Fortsetzung als 2. Teil:
Von daher wäre in meinen Augen eine generelle Annahme der Spendenbereitschaft mit der Möglichkeit des Versagens aus religiösen, ethischen oder welchen Gründen auch immer wohl die bessere Lösung. Sorry für den Ausdruck, der 'Pool' an verfügbaren Organen wäre endlos und kein Geschäftemacher oder fehlgeleiteter 'Wer-auch-immer' hätte ein Betätigungsfeld. Wobei Leute mit besonders seltenen Anlagen immer noch im Fokus ständen ...
Was der Menschheit leider in großen Teilen fehlt ist in meinen Augen die Barmherzigkeit. Im 21. Jahrhundert sollte eigentlich jeder satt sein können, jeder Kranke mit einer kleinen Chance zum Überleben eben überleben können und unser Druck auf den Planeten und die Mitgeschöpfe erträglich bleiben können. Leider haben wir immer noch Mitbürger, die in ihrer Gier auf Ressourcen sitzen, die andere benötigen, die skrupellos und gewalttätig ihren eigenen Vorteil suchen und dabei nicht rechts und nicht links sehen. WIR kleinen Deppen z. B. hier im Forum fragen uns dann, ob unsere kleinen Alltagsfluchten den Planeten an den Rand des Abgrunds schieben und diese Herrschaften nehmen diese Vorlage dann noch voll aus der Luft ...
Habe fertig!!! Bambi
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Beitrag von OlliBardowick »

Ich hab auch einen Organspenderausweis...
Einfach weil ich denke, dass ich jemanden mit meinem Ableben noch etwas Gutes tun kann.
Und wenn es etwa gibt, was gut ist, dann ja wohl jemand anderen vielleicht das Leben zu retten, die Belastung vielleicht jeden Tag zur Dialyse zu müssen zu nehmen, das Augenlich wiederzugeben, oder sonst was...
Besser als als Würmernahrung zu dienen.
Ich hab berufsbedingt oft mit Toten zu tun... und hab mir ne Menge Gedanken gemacht.
Es gibt echt ne Menge Leute die leiden... warum also nicht helfen.
Der Tod ist schließlich schon endgültig genug.
Und dem Sündenkonto wird bestimmt was abgezogen...hihi :?
So sehr der Sturm auch tobt... einen Berg wird er niemals in seine Knie zwingen!
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Beitrag von Knacki »

sepp-t hat geschrieben:
Knacki hat geschrieben:Also muss ich saufen, fixen, huren, fastfood mampfen, ohne Gummi bumsen und sonst noch alles was ungesund ist exesiv betreiben, um meine Organe so sehr zu schädigen, dass die keiner mehr haben will. :prost:
Oder der Kollege aufm Bock muss halt nochmal drüber rollen bis es richtig Matsche ist.

:kratz: Knacki
:D is uff jeden fall ne variante :D
:hmm: nur befürchte icke bei dir, dass sich hier am ende bestimmt n paar leute finden denen DU so am herzen liechst, datt de denn trotzdem noch jerettet wirst :roll:
tja, gloobe ditt kommt davon, wenn man mitm Herz am rechten fleck durchs leben jeht, selbst wenn manns nich hergeben will :?
die saubande hier nimmts sich einfach virtuell :lol:
Das ist sehr nett, ich vermute aber, dass ein Haufen Leute das ganz anders sieht. :shock:

Ich habs ja schonmal anklingen lassen... ich hatte in der Vergangenheit wirklich massiv mit sterbenden und toten Menschen zu tun. Dadurch habe ich selbst ein sehr entspanntes Verhältnis zum Tod, gerade weil ich an nix glaube und sicher weiß, dass es für mich kein "Leben nach dem Tod" gibt (eigentlich sollte ich schreiben für niemand aber dann werden viele sauer sein). Klar, niemand wäre trauriger als ich, wenns mich erwischt ... andererseits bin ich mehr als zufrieden mit meinem bisherigen Leben und kann deshalb auch beruhigt den Löffel abgeben. Das täte ich dann auch am liebsten aufm Mopped und nicht so gern im Krankenhausbett. Mal sehen ob ich das auch noch hinkriege ... geübt hab ich ja schon :oops:

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Beitrag von sepp-t »

Knacki hat geschrieben:Das ist sehr nett,
tja, so bin ick halt :roll: (manchmal Bild)
Knacki hat geschrieben:ich vermute aber, dass ein Haufen Leute das ganz anders sieht. :shock:
jenau die sind im Leben aba unwichtich 8)
wichtich sind die, die datt schöne und jute im Leben mit dir teilen :good:
(weil die teilen dann meist ooch ditt Leid mit Dir)
Knacki hat geschrieben:...
eine geruhsame Nacht
Knacki
Danke du oooch :zzz:
Zuletzt geändert von sepp-t am 02.07.2009, 09:26, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitrag von Knacki »

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Beitrag von Tomgar3 »

sepp-t hat geschrieben:jenau die sind im Leben aba unwichtich 8)
Woraus differenziert sich denn aber mit deinem Modell die Wertigkeit jener Leute die du damit als wichtig benennst?
Oder ganz simpel: "Jeden Tag Erbesensuppe?"
Wie stellen wir ohne ausreichende Polarisationsmöglichkeiten denn fest, was wichtig ist?

Wenn alle eine Meinung haben, wo bleibt dann die Diskussion, die Reibungspunkte, das Gefühl in einer Diskussion zu gewinnen oder verlieren (überspitzt ausgedrückt!)?

Und vor allem, wo bleibe dann die Möglichkeit seine Meinung, Ansichten, Überzeugungen ändern zu können, wenn doch die Aussichten fehlen?
Oder eben auch sie über die Zeit, sofern gleichbleibend, gegenüber allen Prüfungen weiterhin zu vertreten und daraus ein gutes Gefühl zu ziehen, welches wieder ableitend andere Dinge im Betroffenen auslösen?

Was ich sagen will: "Ick find die wohl wichtig!" :prost: WindowsXP
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Beitrag von Knacki »

Tomgar3 hat geschrieben:
sepp-t hat geschrieben:jenau die sind im Leben aba unwichtich 8)
Woraus differenziert sich denn aber mit deinem Modell die Wertigkeit jener Leute die du damit als wichtig benennst?
Oder ganz simpel: "Jeden Tag Erbesensuppe?"
Wie stellen wir ohne ausreichende Polarisationsmöglichkeiten denn fest, was wichtig ist?

Wenn alle eine Meinung haben, wo bleibt dann die Diskussion, die Reibungspunkte, das Gefühl in einer Diskussion zu gewinnen oder verlieren (überspitzt ausgedrückt!)?

Und vor allem, wo bleibe dann die Möglichkeit seine Meinung, Ansichten, Überzeugungen ändern zu können, wenn doch die Aussichten fehlen?
Oder eben auch sie über die Zeit, sofern gleichbleibend, gegenüber allen Prüfungen weiterhin zu vertreten und daraus ein gutes Gefühl zu ziehen, welches wieder ableitend andere Dinge im Betroffenen auslösen?

Was ich sagen will: "Ick find die wohl wichtig!" :prost: WindowsXP
boah ... dat is abba harter Stoff fürn ungebildeten Hauptschulabsolventen wie mich. 3 mal gelesen und immer noch nicht ganz kapiert :oops: .
Und was hat jetzt WindowsXP damit zu tun??? :hmm:
Wenn ich euch richtig verstanden habe, habt ihr beide Recht:
Klar sind die Leute für mich am wichtigsten, die ich mag. Jemand der völlig anders gepolt ist wie ich, wird wohl nicht so schnell mein Freund werden. Gleiche Interessen und gleiche Meinungen zu bestimmten Themen verbinden halt. Da aber niemand dem anderen absolut gleich ist, gibt es auch genug Stoff für Diskusionen.
Andererseits ist jemand der mir Böses will, auch ein wichtiger Mensch für mich, wenn auch im negativen Sinne.

I Bild DOS
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Beitrag von sepp-t »

Tomgar3 hat geschrieben:
sepp-t hat geschrieben:jenau die sind im Leben aba unwichtich 8)
Woraus differenziert sich denn aber mit deinem Modell die Wertigkeit jener Leute die du damit als wichtig benennst?
:shock: sorry, die Bemerkung hatte eihentlich nüscht mit dem Thema hier zu tun, ditt is richtich... jemeint warn die Leute die der Meinung sind, datt dem Knacki nich jeholfen werden sollte, wenn er sich so jehen lässt, dass seine Organe nich mehr verwendbar sind und er aber jerettet werden könnte... und ditt meinte ick ooch nich in Bezug uff ditt Thema hier sondern uff die Menschen mit denen man im Leben persönlich zu tun haben will
Tomgar3 hat geschrieben:Wenn alle eine Meinung haben, wo bleibt dann die Diskussion, die Reibungspunkte, das Gefühl in einer Diskussion zu gewinnen oder verlieren (überspitzt ausgedrückt!)?
Bild diesbezüglich volle Zustimmung also kann ick ooch nich darüber Streiten
Tomgar3 hat geschrieben:Und vor allem, wo bleibe dann die Möglichkeit seine Meinung, Ansichten, Überzeugungen ändern zu können, wenn doch die Aussichten fehlen?
Oder eben auch sie über die Zeit, sofern gleichbleibend, gegenüber allen Prüfungen weiterhin zu vertreten und daraus ein gutes Gefühl zu ziehen, welches wieder ableitend andere Dinge im Betroffenen auslösen?
Was ich sagen will: "Ick find die wohl wichtig!" :prost: WindowsXP
:hmm: unpersönlich als Menschen betrachtet haste vielleicht Recht :kratz:
aba wenn mir jemand z.B. wegen seiner unkonstruktiven Ansichten, der mich persönlich vielleicht ooch nich leiden kann und ditt evtl ooch noch uff jegenseitlichkeit beruht, als Person einfach ejal is, issa ooch nich wichtich FÜR MICH (persönlich)
:hmm: nur watt hat jetze WinXP damit zu tun :kratz:

p.s. deine Meinungen; Ansichten; Überzeugungen sind übrigens meiner Meinung nach NICHT unkonstruktiv :good:

(und :?: hab ick jewonnen :D ) Bild
Wenn nich dann aba Bild sonst wird dett hier die unendliche jeschichte :gps:
einfach nur weg und nie ankommen, das wärs ...
siehe ->Foto


p.s.
Es ist kein Zeichen geistiger Gesundheit
gut an eine kranke Gesellschaft angepasst zu sein.
(Jiddu Krishnamutri)
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