meine kurze Zusammenfassung:
Nach den Erfahrungen des letzten Jahres habe ich mich dieses Jahr für die Experts entschieden. Naja, das war ein wenig zu optimistisch, aber an Herausforderungen soll man ja wachsen
Die Streckenführung für die Amateure war dieses Jahr um einiges besser als im letzten Jahr. Nicht mehr so viele Kilometer auf Straßen sind zu fahren. Da muss man dem Veranstalter wirklich mal ein Lob dafür aussprechen.
Weiterhin gab es dieses Jahr ein Live-Tracking-System, mit dem man im Notfall auch Hilfe rufen kann. Das bringt zusätzliche Sicherheit.
Zu den Strecken generell:
Es wird auch in Kroatien inzwischen schwerer schöne Rallye-Offroad-Stecken zu finden. Viele Weg sind in der Zwischenzeit schon asphaltiert. Das ist mir am Donnerstag besonders aufgefallen.
Für die Wertungsprüfungen wurden dann sehr oft die Krka-Strecken herangezogen. Die (so empfinde ich es) sind teilweise schon sehr extrem. Aber vielleicht ist das auch der Tribut der Experts...
Diese "Hack-Strecken", nur mit dicken Steinen, wo das ganze Fahrzeug immer versetzt, sind nicht leicht zu fahren und gehen vor allem auf das Material.
Für mich passten die Zeitvorgaben nicht so richtig. Ich hatte immer vor der 1.SP ca. 30-45 Minuten Zeit. Die 2. SP war (wenn überhaupt) immer nur knapp zu erreichen. Und das obwohl ich nicht rumgetrödelt hatte und meist auch noch nen Tankstopp brauchte.
Sonntag:
Den Prolog habe ich recht gut versaut
Zu nervös, zu verkrampft. An das Gelände muss man sich erst einmal wieder gewöhnen.
3mal verbremst, 3mal Motor aus gegangen, 3mal falsch navigiert und dann noch nen Draht ums Hinterrad gewickelt.... das kann nur besser werden.
Am Abend dann noch die Kupplung ein wenig anders eingestellt, damit waren die "Abwürger" dann auch fast weg.
Montag:
Navigation lief wieder richtig gut. Die Streckenführung wurde etwas schwerer. An den Auffahren mit den dicken Steinen hatte ich schwer zu kämpfen. War ne kräftige Rüttelei.
Zusätzlich habe ich noch vom 2. Tacho (Geschwindigkeitsanzeige für die Speedlimit-Zones in den Sonderprüfungen) den Magneten verlohren. Als ich das mitbekommen hatte war ich schon zu schnell. Naja... der Strafpunkt war dann wohl berechtigt.
Ansonsten lief es recht gut.
Dienstag:
Die erste Maraton-Etappe. Die Planung war sehr gut... die Umsetzung bei mir naja.
Für mich recht schwere Strecke. Auch hier wieder viel grobe Steine. Irgendwie fehlte mir dann die Laune dazu. Nach mehr als 12 Stürzen war für mich der Tag gelaufen. Konzentration war nicht mehr da, einige Gangklemmer und die körperlichen Strapazen zwangen mich zur Aufgabe. Rückweg knapp 90km auf Straße mit kurzem Starkregen und noch 3 Stürzen auf den schmierigen Straßen.
Am Abend nur die wichtigsten Wartungen am Fahrzeug... mehr Wartung am eigenen Körper
Mittwoch:
Ruhetag! Material-Pflege und Pflege der Sozialen Kontakte.
habe nichts gefunden, warum es am Dienstag einige Probleme mit dem Getriebe gab. Also Schaltheben freigängig und auch noch fest. Mehr wurde nicht gesucht.
Donnerstag:
Morgens Regen. Habe keine Lust und bissl schlechte Laune. Heute soll es zum Mali Alan gehen. Nicht meine Lieblingsstrecke (tierische Höhenangst), aber dieses Jahr soll es ja anders herum gehen. Also die "Straße" hoch und hinten über die Rad-Wanderwege wieder runter.
Der Weg dort hin war richtig Klasse ausgesucht. So finde ich Rallye-Strecken geil

. Schön zwischen den Feldern durch, lange Strecken, einfach so zum Durchschwingen. Meine schlechte Laune war recht schnell weg. Trotz Regen!

war mir alles egal. Hat richtig Spaß gemacht.
Auch hier hatte ich vor der 1.SP wieder sehr viel Zeit... In der SP1 habe ich dann leider ein Wasser-/Schlamm-Loch falsch erwischt und habe ein kräftiges Schlammbad genommen. Ich war einmal komplett unter getaucht

... schnell Tripmaster, Roadbook und Brille irgendwie grob gereinigt und SP fertig gefahren.
Am Ende der SP war das Gelächte (nicht nur bei mir) groß. Hob die Laune noch einmal...
Noch einmal versucht die Brille und vor allem Tripmaster zu reinigen und gleich weiter. An der nächsten Tankstelle schaute der Pächter erst ein wenig mitleidig und später war er nur noch am Lachen... Roadbookwechsel, Tanken und weiter über den Alan. Auch hier wieder keine Zeit verschwenden...
Die letzte Strecke zur SP2 habe ich dann wieder mit Getriebeproblemen zu kämpfen gehabt. Anfangs blieb wieder ein Gang stecken und später fielen Gang 3 und 4 einfach immer wieder raus.
Zur SP2 bin ich gerade so "in Time" angekommen. In der SP2 wurde das Getriebe immer schlimmer. Bin teilweise nur mit untergelegtem Fuß gefahren, damit der Gang drin bleibt.
Aber aussteigen wollte ich nicht schon wieder.
Nach der SP2 noch einmal geschaut, ob Schalthebel freigängig ist und weiter gefahren. 1., 2. und 5. Gang gehen ja noch
Die Strecke, die dann kam war wirklich schön zu fahren. Leider war ich am Ende des Feldes inzwischen und auch zu langsam.
Nach der "Krka"-Brücke waren noch etwa 60 Minuten Zeitfenster vorhanden; dafür hätte ich noch ca. 60km im Roadbook gehabt oder (laut Navi) 25km Landstraße. Die 25km laut Navi entpuppten sich dann als 50km... aber die konnte ich gemütlich im 5. Gang fahren. Also doch Ausstieg. So blieb ich wenigstens im Zeitfenster und bekam nicht noch weitere Strafzeiten.
Zurück im Fahrerlager waren Schlamm abputzen und "Wartungsversuche" angesagt.
Freitag:
Mit dem Getriebe war nichts mehr zu machen. Material putzen und einpacken standen auf dem Tagesprogramm.
Außerdem konnte ich den Luxus des Hotels mal testen und auch mal in Ruhe in der Altstadt was essen.
Am späten Abend war dann noch die Siegerehrung.
Samstag:
Abfahrt... da unterwegs kein Hotel für einen kurzen Zwischenstopp zu finden war, wurde es ein 15Stunden-Extremritt bis nach Berlin.
Vielen Dank an den Veranstalter und vor allem an die vielen Helfer! Es hat mir viel Spaß gemacht und ich weiß nun, dass ich noch kein Expert bin

!
Die Streckenführung ist teilweise sehr anspruchsvoll und die Navigation immer mal wieder sehr knifflig. Je weiter hinten man fährt umso mehr kann man sich dann auf die Fahrspuren verlassen... was natürlich nicht richtig ist.
wie auch schon im letzten Jahr:
Sehr tolle Gegend! Wer schnell genug fährt hat auch Zeit sich das alles anzuschauen.
Super nette Menschen! Auch dieses Jahr bekam ich wieder Hilfe von völlig fremden Menschen, die sich mit Händen und Füßen verständlich machten. (nicht wie hier in Deutschland

)
Und das Hotel als Fahrerlager finde ich auch super!
Gerne wieder...
noch ein Bildchen dazu:
